Arbeitest Du in einem sicheren Job? Bist Du selbst wohlhabend oder an der Armutsgrenze? Das Thema Armut und Ungleichheit in der Gesellschaft ist etwas, worüber nicht so gerne gesprochen wird und es ist auch verständlich, wenn man bedenkt, welche Ängste damit verbunden sind und wie viele Vorurteile es über arme Menschen gibt. Armut ist ein ernstzunehmendes Thema und es ist etwas, dass wir als gesamte Gesellschaft nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Armut kann theoretisch jeden da draußen treffen und das völlig unerwartet. Oft sagt man armen Menschen nach, dass sie an ihrer Situation selbst Schuld seien, doch das ist nicht nur falsch, sondern zugleich sehr grausam. Es kann schnell passieren, dass eine Firma dicht macht und viele Menschen dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren. Hinzu kommen die psychologischen Schwierigkeiten. Jemand der plötzlich dement wird, kann nicht mehr so einfach für sich selbst sorgen. Es gibt viele Ursachen, die einen in die Armut befördern können und Gott behüte, dass das niemanden da draußen passiert.

In Deutschland gibt es hier glücklicherweise ein soziales Auffangnetz, man wird somit nicht komplett dazu verdonnert sein auf der Straße zu leben, wenn man seinen Job verliert, doch in anderen Länder sieht es traurigerweise anders aus. Auch arme Menschen sind unsere Brüder und Schwester, sie sind genauso ein Teil von dieser Gesellschaft, wie die wohlhabenden Leuten, denn wie Du vielleicht weißt, ist alles eins! Egal ob arm oder reich, dumm oder schlau, wir alle sitzen im selben Bot, das sich Erde nennt. Wir haben als menschliche Spezies nur solange überlebt, weil wir zusammengearbeitet haben. Die Menschlichkeit und der Respekt vor anderen Menschen, sollte somit immer bewahrt bleiben und nicht vom Kontostand eines Menschen abhängen. Freundlichkeit und Akzeptanz, wäre da die bessere Alternative.

Auch arme Menschen haben es verdient ein gutes Leben zu führen und ein wertvoller Teil dieser Gesellschaft zu sein. Sie sind keineswegs weniger wert nur weil sie nicht so viele Finanzen oder Besitztümer haben wie reiche Menschen. Wenn wir das Problem der Armut wirklich langfristig lösen möchten, dann müssen wir als erstes damit aufhören, arme Menschen zu stigmatisieren und sie als vollkommen unfähig und nutzlos anzusehen, denn genau diese Einstellung trägt nichts zur Verbesserung der Situation bei. In meinem Buch Minimal Besitzen – Maximal Leben, erkläre ich zudem, dass man wenig besitzen und trotzdem reich sein kann, nicht nur auf eine geistigen, sondern auch auf einer finanziellen Ebene. Ich sah auch Leute, die alle Besitztümer dieser Welt haben, wovon viele Menschen aus dem Mainstream meist nur träumen können, dennoch waren sie hoch verschuldet, sie arbeiteten in einen Job, den sie nicht leiden konnten und waren mit ihrem Leben höchst unzufrieden. Das hat für mich nichts mit Reichtum zu tun auch wenn es rein äußerlich so aussieht. Der Besitz alleine, definiert somit noch lange nicht, ob jemand arm oder reich ist und auch ein gut bezahlter Job, schützt nicht vor Armut, da es Leute gibt, die mit ihren Ausgaben sehr verschwenderisch umgehen und am Ende des Monats trotzdem eine dicke Null auf ihrem Konto haben.

Gibt den Armen Unterkunft und genug zu Essen und zu Trinken

Man wird niemals erwarten können, dass arme Menschen jemals Besserung in ihr Leben hinein bekommen, wenn noch nicht einmal ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Wohnen und Schlafen abgedeckt werden. Diese Dinge gehören zu den wichtigen Menschenrechten, die erfüllt werden müssen, damit jemand würdevoll leben kann. Man wird auch nicht arbeiten können oder kluge Entscheidungen treffen können, wenn man nicht genügend zu Essen auf dem Tisch hat und nicht mit allem was man braucht, bestens versorgt ist. In Länder wie die USA gibt es eine Menge Obdachlose und sie bekommen wenn überhaupt, nur die nötigste Hilfe, währenddessen gibt es eine Menge leerstehende Luxuswohnungen die sich kaum jemand leisten kann. Essen, Trinken, eine Unterkunft und ausreichend Schlaf, ist somit auch für arme Menschen, genauso wie für normale Menschen unverzichtbar und genau dass sollte ihnen auch auch gewährt werden. In Schweden gibt es das ,,Housing-First-Model”, was bedeutet, dass Obdachlose sofort einen Wohnraum zur Verfügung gestellt bekommen, bevor die anderen Bereiche wie Finanzen, Süchte und Arbeitsperspektive geklärt werden. Das kostet zwar Geld um die Wohnungen zu finanzieren, dafür fallen aber Kosten weg, für die Krankenversorgung, die Kriminalbekämpfung und es gibt wieder mehr berufstätige Leute. In Deutschland ist ein ähnliches Modell etabliert. Jemand der seinen Job verliert, muss nicht deswegen sofort auf der Straße landen sondern bekommt weiterhin genug Geld um sich etwas zu Essen zu Trinken und ein Dach über dem Kopf zu leisten.

Eine realistisch optimistische Perspektive

Was arme Menschen anschließend brauchen, ist eine echte Perspektive. Wenn man bedenkt wie unberechenbar die heutigen Zeiten sind und wie sich ständig alles verändert, dann kann es schwierig werden, dahingehend eine positive Perspektive auf die Zukunft zu finden. Doch ein gesunder Optimismus und Hoffnung auf eine bessere Welt sind enorm wichtig, wenn es darum geht sich langfristig ein besseres Leben aufzubauen. Wenn man sich ständig die Nachrichten anschaut und die zahlreichen Meldungen über Verbrechen, Tod, Zerstörung und Gewalt sich ansieht, dann wird es einem leicht fallen sämtliche Hoffnung zu verlieren und genau das ist die gewollte Falle. Wer ständig glaubt, dass gleich morgen der Weltuntergang stattfindet, braucht auch nicht zu erwarten, dass es für ihn selbst einmal besser wird, doch genau dieser Irrglaube sorgt dafür, das keine Besserung eintritt und die Leute sich nur als machtlose Opfer ihrer Umstände betrachten. Dieses Dilemma muss vermieden werden, wenn man wirklich vor hat, eine bessere Welt zu erschaffen und wenn man armen Menschen eine optimistische Perspektive anbieten will. Es ist unfassbar, wie viele Leute es da draußen gibt, die sämtliche Hoffnung und den Glauben an die Menschheit verloren haben. Bei jemanden der 24/7 schlechte Nachrichten und panikmachende Medien konsumiert, verwundert mich das auch nicht. In diesem Sinne ist das Nichtwissen darüber, was alles schlecht auf diesem Planeten läuft, hilfreich. Vielmehr sollte es einen interessieren, was in unmittelbarer Umgebung alles nicht so gut läuft um anschließend fruchtbare Lösungen zu entwickeln. Alles andere kann als reine Ablenkung betrachtet werden.

Berufliche Perspektive

Jeder Mensch ist frei und hat einen freien Willen heißt es. Obdachlose Menschen, die täglich um ihr nacktes Überleben kämpfen sind so gesehen frei, doch heißt das jetzt, dass diese Leute auch eine Sicherheit haben? Die Freiheit ist nicht viel Wert, wenn jemand nichts zu Essen, nichts zu Trinken und keine Wohnung hat. So jemand ist dann zwar frei, ein schönes Leben ist das aber dann trotzdem nicht. Jeder Mensch, braucht eine gewisse Ordnung und Struktur um eine nötige Stabilität in das eigene Leben hineinzubekommen, das soll nicht heißen, dass man überall in seinen Freiheiten eingeschränkt wird, sondern soll es heißen, dass man eine gewisse Eigenverantwortung übernimmt und diese auf einer stabilen Lebensgrundlage ausleben kann. Ein sinnvoller, menschenfreundlicher Job oder anderweitig eine sinnvolle Berufung, kann da eine echte Hilfe sein. Anschließend kann den armen Menschen eine Möglichkeit angeboten werden, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und dafür brauchen sie auf der einen Seite die richtige Inspiration und auf der anderen Seite die Chancen um das umzusetzen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet hier ein Stichwort. Jemand muss erst sich selbst helfen können um besser anderen helfen zu können. Man muss diesen Leuten somit die richtige Motivation anbieten und ihnen zeigen, wie sie sich selbst helfen können. Das fängt mit einer beruflichen Tätigkeit und der Selbstversorgung an.

Bildung und Wissen

Es heißt nicht umsonst ,,Bildung ändert alles”. Arme Menschen brauchen den Willen, etwas an ihrer Situation zu verändern, was oft eine Herausforderung sein kann, wenn jemand schon länger mental und körperlich angeschlagen ist. Ein Versuch ist es dennoch wert und Aufgeben ist keine Option, wenn auch diesen Leuten geholfen werden soll. Wer armen Leuten langfristig helfen möchte, braucht viel Geduld und Disziplin. In einer idealen Welt, ist jeder bestens mit allem versorgt, gut gebildet und kennt auf alle möglichen Herausforderungen die besten Lösungswege. Jeder handelt eigenverantwortlich und weiß, seine eigenen Probleme effektiv zu lösen. So eine Vision strebe ich persönlich an, wenn es darum geht den Weltfrieden zu bewahren und jedem einzelnen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass jeder sich relevant weiterbildet, überhaupt die Möglichkeiten dazu bekommt und anschließend gewillt ist, etwas an der eigenen Situation zu verbessern. Dafür muss die Gesellschaft als ganzes: Politik, Bürger und die Wirtschaft zusammenarbeiten, denn was wir nicht wollen ist eine Degeneration der Bevölkerung. Was jeder da draußen möchte, ist der Frieden, der Wohlstand und die maximale Potentialentfaltung. Jeder möchte glücklich und zufrieden im Leben sein und das funktioniert nur, wenn wir uns alle gegenseitig so akzeptieren wie wir sind, damit aufhören uns gegenseitig zu verurteilen und den Menschen, die Hilfe benötigen, an den richtigen Stellen auch helfen, bzw. ihnen die Chancen geben an ihrer Situation etwas zu verändern. Niemand ist Opfer aller Umstände, sondern mächtiger Schöpfer seiner Realität. Das gilt genauso für arme Menschen. Diese Leute müssen daran erinnert werden, dass sie durchaus in der Lage sind an ihrer Situation etwas zu ändern und nicht allem machtlos ausgeliefert sind. Das richtige Wissen und die richtige Umsetzung dieses Wissens, ist der Schlüssel für ein besseres Leben. Vor allem ist die finanzielle Weiterbildung für diese Leute von entscheidender Bedeutung, aber auch der Ausbau von handwerklichen Fähigkeiten, kann diesen Menschen das Leben erleichtern. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Betroffenen auch gewillt sind etwas an ihrer Situation zu verändern und für die Hilfe offen sind, während sie zugleich die richtigen Impulse bekommen um Ihr Leben zum besseren zu wandeln.