Transhumanismus ist der Versuch, das menschliche Bewusstsein auf einen Computer zu übertragen oder einzelne Körperglieder, mit mechanischen Körperteilen zu ersetzen. Bestimmt kennst Du die Sci-fi-Filmreihe Star Wars. In dem 4. Teil “Star Wars – das Imperium schlägt zurück”, verliert der Protagonist Luke Skywalker bei einem Kampf gegen seinen Vater Darth Vader durch das Lichtschwert seine rechte Hand:

Im Anschluss bekommt er eine Roboterhand transplantiert, die seine verlorene Hand ersetzen soll. Heute sind wir technisch an diese Möglichkeiten näher dran, als die meisten glauben würden. Doch wie sinnvoll ist es tatsächlich, sich einzelne Körperteile durch mechanische Teile upgraden oder ersetzen zu lassen und welche Risiken könnte das mit sich bringen? Diese Fragen werde ich in diesem Beitrag beantworten.

Warum, sind viele Leute von Transhumanismus so fasziniert und warum ist das so gefährlich?

Ich schätze, es hat etwas mit Machtmotiven zu tun. Körperlich eingeschränkte Leute sehen darin wiederum eine echte Chance. Wer fühlt sich nicht stärker und besser, wenn er anstatt seiner organischen Arme, plötzlich mechanische Arme besitzt, die 20 mal stärker und nahezu unzerstörbar sind? Welche Vorteile hätte man, wenn man im Auge ein eingebautes Nachtsichtgerät hätte? Ich denke gerade für viele Männer ist das eine attraktive Vorstellung. Wenn jemand einen Roboterkörper anstelle seines biologischen Körpers besitzen würde, dann würde er sich dadurch in der Tat mächtiger fühlen. Wann immer irgendwo Technik im Spiel ist, hat es auch mit Machtausübung und das Gefühl von Kontrolle zu tun. Leute kaufen sich technische Geräte genau aus diesem Grund: Um mächtiger zu sein und mehr ausrichten zu können. Dabei vergessen viele, dass sie auch ohne der Technik, bereits sehr mächtig sind und vieles ausrichten können. Technologie ist nur eine Erweiterung unserer bereits vorhandenen Fähigkeiten, sie ist jedoch kein Ersatz dafür.

Wenn man zu sehr auf die Technik setzt und sich davon abhängig macht, dann verkrüppeln mit der Zeit die natürlichen Gaben und Fähigkeiten. Das Orientierungsbewusstsein geht verloren, wenn man heute zu jederzeit mit dem Navigationssystem zu allen möglichen Orten dieser Welt hingeführt wird. Die Fähigkeit mit anderen Menschen zu kommunizieren geht verloren, wenn der Bildschirm des Smartphones das echte Gespräch mit anderen ersetzt. Trotzdem wird auf Technologie sogut wie nie verzichtet, da es praktischer ist und viele Dinge des Lebens leichter macht, doch auf der anderen Seite birgt sie Gefahren. Falsch und ohne Verantwortungsbewusstsein angewendet, kann die Technologie für eine Menge Leid und Zerstörung sorgen.

Da die Zerstörung selbst, von Tyrannen als Druckmittel missbraucht wird und gewisse Technologien das Potential haben, eine Menge Zerstörung anzurichten, müssen wir uns ernsthaft fragen, ob Transhumanismus, wirklich so eine gute Idee wäre, wenn jeder Mensch da draußen die Möglichkeit hätte, das zu nutzen. Und was wäre, wenn nur einige wenige Zugriff auf solche Möglichkeiten hätten? Die Gefahren, sollten bei diesem Thema deshalb immer beachtet werden. Keiner möchte das Terminator-Szenario oder das Cyberpunk-Szenario erleben, wenn einige Wahnsinnige sich freiwillig upgraden lassen um Macht über andere auszuüben. Die Faszination zum Transhumanismus entspringt auch dem stetigen Streben nach Selbstoptimierung. Was viele dabei vergessen ist, dass die Selbstoptimierung irgendwann ihre Grenzen erreicht. Irgendwann macht es keinen Sinn mehr, wenn man sich ständig selbst optimiert. Einem Autofahrer mit Sportwagen der bis zu 350 Km/h auf die Straße bringt, wird auch nicht viel von seinem Fahrzeug haben, wenn er auf einer Autobahn fährt, die eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Km/h hat. Und egal, wie leistungsfähig dieser Sportwagen ist und wie perfekt er einem erscheint, auch er wird den einen oder anderen Makel haben. Wer nach Perfektion strebt, wird auch beim Thema Transhumanismus enttäuscht sein. Das selbe Prinzip gilt auch für uns Menschen. Die Imperfektion ist notwendig, damit wir uns weiterentwickeln können, denn ohne Fehler, können wir nicht daraus lernen und wachsen. Deshalb werden wir auch mit mechanischen Körperteilen, nie vollkommen perfekt sein. Auch wenn der Einsatz von Roboter-Bauteile als Lösung für körperliche Probleme erscheint, so werden mit dieser sogenannten Lösung, auch wieder neue Probleme entstehen, denn schließlich braucht auch Iron-Man wieder energetischen Nachschub für seinen Anzug.

Weiterleben auf einer Festplatte funktioniert nicht

Eine Sache, die viele Leute missverstehen, ist es zu glauben, dass man das eigene Bewusstsein irgendwann in Zukunft in einen Computer übertragen und dort dann weiter existieren kann, ganz nach dem Motto: Deine Gehirnzellen wurden auf die Computer-Festplatte übertragen. Die klassische Wissenschaft ist sich bis heute nicht genau darüber einig, was das Bewusstsein eigentlich ist und wo es wirklich existiert. Manche glauben, dass das Bewusstsein rein materiell im menschlichen Gehirn stattfindet, das bedeutet, sie gehen davon aus, dass die Gehirnzellen, samt ihrer Synapsenverbindungen und den darin stattfindenden elektrischen Impulse, das Bewusstsein bilden. Das würde bedeuten, dass wenn das Gehirn stirbt, mit ihm das Bewusstsein erlöscht.

Aus spiritueller Sicht nimmt man an, dass das Bewusstsein etwas außerhalb des Gehirns ist, etwas, das auch nach dem Tod weiter existiert und das man mit dem begrenzten menschlichen Verstand nicht genau erklären kann. Hier kommt auch das Konzept der Seele ins Spiel und das diese im Körper des Menschen drin sitzt und mit der göttlichen Quelle verbunden ist (ein anderes Wort für diese Quelle lautet spirituelle Sphären). Diese spirituellen Sphären sind hyperreal, was bedeutet, dass die Welten dort, realer sind, als die uns in diesem Leben bekannte irdische Welt. Wissenschaftler, die den Kult der Naturwissenschaften leben, würden das als Esoterik-Quatsch abstempeln und sich nicht weiter damit befassen.

Sie würden wahrscheinlich damit argumentieren, dass dieses Existenzbild nicht der Wahrheit entspricht, weil man es nicht beweisen oder wie sie sagen “messen” kann. Für deren Hypothese, dass das menschliche Bewusstsein auf ihre materielle Existenz im Gehirn heruntergebrochen werden kann, gibt es jedoch auch keine Beweise, höchstens nur Hinweise. Es ist nur eine Theorie, die fälschlicherweise als die Wahrheit verkauft wird. Was ist wenn das Gehirn in Wahrheit nicht wie der Kult der Naturwissenschaftler vermutet, die Erinnerungen abspeichert, sondern wie eine Art Antenne fungiert, die das Bewusstsein empfängt. Das Bewusstsein wäre somit etwas außerhalb des menschlichen Körpers. Es würde im Feld oder über mehrere Dimensionen hinweg im Universum existieren. Das menschliche Gehirn empfängt bestimmte Signale davon, so wie eine Radioantenne bestimmte Radiowellen empfangen und übersetzen kann.

Würde es dann überhaupt funktionieren, wenn man das Bewusstsein, das in diesem Fall in Wahrheit nicht im Gehirn existiert, über technische Umwege auf einen Computer überträgt? Hinzu kommt: Ein Computer funktioniert ganz anders als ein menschliches Gehirn, wie möchte man somit ein menschliches Gehirn auf einen Computer abspeichern, der sich offensichtlich vom Gehirn grundsätzlich unterscheidet? Es wäre lediglich eine Abbildung eines Schriftstücks, die nur ein Mensch mit entsprechendem Verständnis interpretieren kann, so wie diese Webseite einen Text enthält, denn nur jemand verstehen kann, der sehen, deutsch lesen und verstehen und es dementsprechend interpretieren kann. Aus rein materieller Sicht, wären die Worte, die Du hier lesen kannst nur irgendwelche Zeichen und Atome ohne Bedeutung. Für dich als Leser, ergibt das jedoch einen Sinn und durch die Wörter kannst Du dir etwas vorstellen und dir dementsprechend etwas bewusst machen.

Das sogenannte Bewusstsein auf einem Computer, das auf eine Festplatte gespeichert ist, wäre in Wahrheit nur eine Illusion. Jemand der eine computergesteuerte Maschine von außen betrachtet, nimmt es als lebendes Objekt wahr, doch hat die Maschine selbst eigentlich ein Bewusstsein, oder ist es nicht einfach nur eine funktionierende Zusammensetzung aus mechanischen und elektrischen Impulsen, die am Ende in der Maschine eine Art Leben projizieren? Doch der Mensch selber ist vielmehr als nur eine bloße Ansammlung von elektrischen und mechanischen Impulsen. Der Mensch ist manifestiertes Bewusstsein in Form eines feststofflichen Körpers. Das Bewusstsein, existiert auch über den Tod hinaus und kann in zukünftigen Leben wieder inkarnieren. Den Menschen und seine Existenz auf biochemische Prozesse und elektrische Impulse herunterzubrechen, wäre somit eine Herabwertung, die nur von einem materialistisch orientiertem Atheisten stammen könnte.

Aber angenommen, das Bewusstsein kann tatsächlich auf die elektrischen Impulse im Gehirn heruntergebrochen werden und man könnte nun diese elektrischen Impulse, samt ihrer exakten Reihenfolge 1 zu 1 auf einen Computer übertragen. Würde das jetzt bedeuten, dass das Bewusstsein dieses Menschen auf dem Computer tatsächlich übertragen wurde und er nun fortan in der virtuellen Welt weiterlebt? Oder wäre es nicht vielmehr so, dass nichts weiter als lediglich eine exakte digitale Kopie der elektrischen Impulse seines Gehirns dort abgespeichert wurde? Somit wäre dieser Mensch nach seinem Ableben dennoch tot, während eine exakte Kopie seines Gehirns virtuell weiterexistiert. Deshalb würde es niemals funktionieren, dass man nach dem Tod digital weiterlebt und auf diese Weise dem Tod entkommt, denn das sogenannte Bewusstsein auf dem Computer (oder die Illusion davon), wäre einfach nur eine abstrakte Kopie von etwas, das in seiner biologischen Form nicht mehr da ist.

Es ist etwa so, wie wenn ich eine Orange fotografiere und diese Orange anschließend verfault und sich auflöst. Das Foto von dieser Orange existiert dann noch weiter, doch das heißt jetzt nicht, dass die Orange selbst, noch da ist und auf dem Foto weiterlebt. Was bleibt, ist lediglich die Illusion, ein Abbild dieser bereits aufgelösten Orange. Deshalb finde ich diesen Transhumanismusgedanken, bezogen auf das Bewusstsein schwachsinnig. Man kann nicht in einem Computer weiterleben. Es ist wahrscheinlicher, dass man versucht, das Gehirn eines Menschen auf einen Computer zu kopieren, weil man die Entwicklung von künstlicher Intelligenz vorantreiben möchte. Derjenige, der sein Bewusstsein auf einem Computer übertragen möchte, wird nach seinem Tod nichts davon haben.

Kontrollverlust der Computerimplantate und computergesteuerten Gliedmaßen

In der heutigen Welt dreht sich alles um Kontrolle. Leute sind geradezu süchtig danach. Eine gewisse Kontrolle zu bewahren um das eigene Leben zu meistern, ist zwar wichtig, doch es wir pervers, wenn Leute der Meinung sind auch andere kontrollieren zu müssen. Elon Musk entwickelte kürzlich mit seiner Firme Neuralink einen Gehirnchip, das die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine verschmelzen soll. Damit soll es dem Menschen erleichtert werden Maschinen, mit der reinen Gedankenkraft zu steuern. Ein erster Prototyp wurde bereits letztes Jahr entwickelt und in einem Schwein getestet:

Genau hier beginnt die Gefahr, wenn ein Chip implantiert wird, von einem Hersteller dessen wahre Intentionen nicht genau bekannt sind. Was ist wenn der Chip gehackt wird? Was ist wenn er durchbrennt und im Gehirn für Schäden sorgt? Was ist, wenn er das zentrale Nervensystem steuern kann, so dass jemand anderes mit einem Computer den Menschen aus einer Distanz heraus steuern kann? Ich male mir dabei eine düstere Dystopie aus, in der jeder Mensch zum Sklaven wird, indem er von einem super intelligentem Zentralcomputer ferngesteuert wird. Deshalb finde ich die Idee, sich etwas ins Gehirn implantieren zu lassen, wahnsinnig und erschreckend.

Roboterteile implantieren lassen?

Angenommen Du würdest heute ein Arm oder ein Bein verlieren. Dein gesamtes Leben würde dadurch erschwert werden und Du könntest dadurch viele Dinge nicht machen, die normale Menschen tun können. Wäre das nicht deprimierend? Umso erfreulicher wäre es für dich, wenn man dieses Problem mit computergesteuerten, mechanischen Körperteilen beheben könnte, richtig? Solche Lösungen gibt es bereits schon. Vielen Menschen mit fehlenden Gliedmaßen, macht diese Möglichkeit Hoffnung. Es ist eine wunderbare Sache, wenn dank dieser Technologien für Menschen mit Behinderung eine bessere Alternative geschaffen wird. Für solche Fälle ist diese Idee durchaus eine Lösung die Sinn macht.

Doch wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Wer in sich Computerchips und Roboterteile installiert hat, kann leichter nachverfolgt und kontrolliert werden. Die Teile könnten alle möglichen Daten aufzeichnen und diese Daten, könnten wiederum in falsche Hände geraten. Ein Computer kann theoretisch jederzeit gehackt und manipuliert werden. Der Nutzer könnte dadurch die Kontrolle darüber verlieren. Das soll nicht bedeuten, dass man Menschen mit fehlenden Gliedmaßen diese Möglichkeit nicht mehr zu Verfügung stellt, es soll jedoch auch nicht heißen, dass man sich freiwillig noch funktionierende Körperteile durch Roboterteile ersetzen lässt, ansonsten muss man mit solchen Szenarien rechnen:

Deshalb ist die Verschmelzung von Mensch und Maschine eine heikle Sache die man sich gut überlegen sollte. Ich möchte damit die Technologie an sich nicht verteufeln, denn sofern man sie sinnvoll und verantwortungsbewusst einsetzt, kann sie einem das Leben erleichtern. Sie wird erst dann zur Gefahr, wenn man sie nicht mehr kontrollieren kann und ich denke, das sind sich auch viele Menschen da draußen bewusst. Unterschätzen, sollte man die Risiken von Technologie nicht, denn schaue dir die heutige Zeit an: Zahlreiche Smartphone-Zombies, die stundenlang an ihren Bildschirmen kleben, verpassen ihre Außenwelt. Dabei gebrauchen sie ihre Geräte nicht unbedingt für wichtige Aufgaben, sondern für belangloses Herumscrollen in den sozialen Medien. Man kann heute gut sehen, welchen Einfluss die Technologie schon jetzt auf unser Leben hat. Die Zeit wird zeigen, wie sich das in Zukunft noch entwickeln wird, jedenfalls sollten wir Menschen die Kontrolle über die Technologie bewahren, nicht umgekehrt.

Fazit

Für einzelne Anwendungsbereiche, wie bei Menschen mit körperlichen Behinderungen, kann der Einsatz bestimmter Roboterteile eine echte Bereicherung sein. Vom freiwilligen Transhumanismus rate ich jedoch ab. Während Technologie ein nützlicher Helfer sein kann, kann sie ebenso zerstörend wirken. Heute sehen wir das bereits ganz gut: Eine Menge Leute besitzen ein Auto, fahren wie blöd überall damit hin, obwohl sie auch stattdessen zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen könnten. Sie belasten damit unnötigerweise die Umwelt, können jedoch aus Gründen der Bequemlichkeit und der Abhängigkeit dieser Mittel, nicht darauf verzichten. Die Technologie ist nur ein Werkzeug, dass uns das Leben erleichtert, sie soll jedoch nicht uns völlig ersetzen oder im schlimmsten Szenario uns kontrollieren. Ich denke, vielen Menschen, aber dennoch nicht alle, sind sich dieser Tatsachen durchaus bewusst. Ich persönlich nutze auch Technologie, allerdings nur dann wenn ich es brauche und nur dann wenn es Sinn macht. Ich würde dadurch niemals auf die Idee kommen, meinen Körper freiwillig völlig durch mechanische Bauteile upgraden oder komplett ersetzen zu lassen. Technologie soll das bleiben was es ist: Ein Werkzeug, eine Hilfe, nicht jedoch als völliger Ersatz der eigenen Fähigkeiten. Sie soll auch nicht Überhand in unserem Leben gewinnen. Der Mensch hat über die Zeit vergessen, wozu er auch ohne Technologie fähig ist. Deshalb brauchen wir keinen freiwilligen Transhumanismus, sondern Bildung und Aufklärung darüber, wie Leute ihr maximales Potential entfalten können, ohne sich dabei von der Technologie versklaven zu lassen.