Massenproduktion, exponentieller Wachstum, ,,immer mehr, immer besser und immer schneller”; Nach diesen Prinzipien funktioniert (noch) das aktuelle Wirtschaftssystem. Diese Prinzipien haben uns in der Vergangenheit weit, jedoch zugleich auch einen großen Schritt näher in den eigenen Abgrund gebracht. Die Corona-Pandemie hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und noch mal deutlich gezeigt, wie fragil das aktuelle System sein kann.

Die Krise hat uns bewiesen, dass immer mehr, eben nicht gleich immer besser ist und das eine übertriebene Marktvielfalt und der Drang zum exzessiven Konsum nicht nur den Konsumenten erdrückt und ihn überlastet, sondern auch den Planeten auf dem wir leben. Wir konnten jetzt sehen, dass der Mensch doch nicht so viel braucht um ein glückliches Leben zu führen, wie die Werbung es ihm suggerieren möchte. Durch die Krise wurde uns noch mal erneut gezeigt, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind und was nur überschüssiger Ballast und für das Leben nicht wirklich notwendig ist.

Als Arbeitnehmer, hat uns die aktuelle Wirtschaft in eine gegenseitige Abhängigkeit gebracht. Diese Abhängigkeit wurde zu groß und hat vielerorts die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in ein Ungleichgewicht gebracht. Deshalb wird sich auch die Arbeitwelt, zukünftig vermehrt in Richtung Eigenverantwortung und eigenständiges Denken und Handeln entwickeln.

Lange wurde der exponentielle Wachstum angepriesen. Dieser hat uns weit gebracht, da Wachstum bis zu einem gewissen Grad notwendig ist, um alle unseren wichtigen Bedürfnisse abzudecken; doch sobald die Sättigung eingetreten ist, macht zusätzliches Wachstum keinen Sinn. Diese Sättigung haben die westlichen Länder schon lange erreicht. Was danach kam, war die Erzeugung künstlicher Knappheit und der Nachfrage an Güter, für die es zuvor keinen Bedarf gab. Beispielsweise wird einem mit der Fast-Fashion-Mode suggeriert, man müsste alle 2 Monate sich die neusten Outfits zulegen um auf den neusten Stand zu sein und von anderen akzeptiert zu werden, wenn man diese Kleidung eigentlich nicht braucht. Zahlreiche Geschäftsmodelle, die nur auf Kurzfristigkeit ausgelegt waren, sind jetzt in der Krise verschwunden oder haben ein sehr schweres Leben. Das beweist umso mehr, wie wichtig es ist in Zukunft auf Langfristigkeit zu setzen und entsprechend nachhaltige Betriebe aufzubauen.

Die alten Systeme haben ausgedient

Schauen wir uns die Wirtschaft von heute an, dann stellen wir fest, dass sie auf veralteten Prinzipien aus alten Bücher der 1950er – Jahre beruht. Diese Bücher beruhen wiederum auf Prinzipien des 18. Jahrhunderts. Bis heute, hat sich daran kaum etwas geändert. Zwischendurch gab es sozialistische Utopien wie der Kommunismus und der Sozialismus mit seiner Planwirtschaft. Dass diese Systeme verzagt haben, lag damals vor allem daran, weil zu viele Menschen nicht gerne teilten und der Staat in seinen planwirtschaftlichen Aktivitäten zu langsam und unflexibel war. Danach kam der Kapitalismus und mit ihm später der Neoliberalismus, der in Kombination mit der Massenproduktion mehr Wohlstand gebracht hat, jedoch ebenso die Ungleichheiten zwischen Arm und Reich verschärfte.  Hinzu kam die Arbeitsmoral, in der der Mensch lebte um zu arbeiten, was eigentlich umgekehrt sein müsste. Würde der Mensch nur dann arbeiten, wenn es wirklich notwendig wäre, beispielsweise um seine Lebensmittelversorgung zu gewährleisten, oder etwas zu reparieren, dann würde er vermutlich deutlich weniger zu tun haben als in der klassischen Arbeitswelt wie wir sie heute kennen, in der die harte Arbeit geehrt jedoch häufig schlecht entlohnt wird, während es Leute gibt die 8 Stunden am Tag arbeiten, davon aber effektiv nur 4-5 Stunden produktiv sind.

Welche Wege gibt es? Welche Möglichkeiten haben wir um in Zukunft ein glückliches und erfülltes Leben im Einklang mit der Natur zu führen? Eines ist klar: Die alten Ideen, Systeme und Strukturen haben ausgedient und das aktuelle System funktioniert nur noch, weil es von zahlreichen Menschen durch das Geldsystem, künstlich am Leben erhalten wird. Wir müssen Arbeit und Wirtschaft neu denken und dabei traditionelle, noch funktionierende Praktiken, mit völlig neuen Möglichkeiten kombinieren. Wenn Automatisierung und die Digitalisierung, dem Menschen immer mehr Arbeit abnehmen, dann müssten wir heute doch eigentlich bereits viel weniger Stunden arbeiten, oder nicht? Trotzdem arbeiten viele Menschen nachwievor 8 – 10 Stunden am Tag, obwohl es heutzutage wesentlich leichter ist als früher.

Oft haben die Leute keine andere Wahl, weil der Stundenlohn zu gering ist. Andere wiederum, arbeiten weil sie zu sehr auf das Geld konzentriert sind, auch wenn sie bereits mehr als genug verdienen. Genau dort liegt der Teufel im Detail. Solange Leute arbeiten gehen, nur um dem Geld und der Profitmaximierung hinterherzulaufen, in der Hoffnung sich dadurch immer mehr Zeug zu leisten, das sie eigentlich nicht brauchen, wird der Konsumwahnsinn und die Ressourcenverschwendung, wie wir es lange kannten, munter weitergehen. Überfluss funktioniert nur solange, wie es keine Leute gibt, die es mit ihrem Konsum völlig übertreiben. Dazu zählen noch nicht einmal unbedingt die Reichen, die einen extravaganten Lebensstil führen, sondern auch der normale Konsument der sich jeden Monat Fast-Fashion-Mode kauft. Wir alle sind mehr oder weniger in diesem Schlamassel involviert und nur wir alle zusammen können dieses Problem wieder lösen.

Das neue Wirtschaftssystem: So wird es aussehen

Nehmen wir uns ein Beispiel an der Natur: Ein Baum der einst aus einem Samen keimt, wird für eine Zeit lang wachsen bis er seine volle, genetisch vorbestimmte Größe erreicht hat. Wenn er ausgewachsen ist, wächst er nicht mehr weiter, sondern erhält sich lediglich am Leben indem er nur die Ressourcen verbraucht, die er für die Erhaltung seine Existenz benötigt. Jeden Herbst verliert der Baum seine Blätter. Der Laub zersetzt sich und wird zu frischer Erde, die wiederum den Baum und nebenbei andere Pflanzen und Lebensformen ernährt, die allesamt ein wichtiger Teil des Ökosystems sind. So schließt sich der Kreis und es entsteht eine Symbiose in einem immer währenden Kreislauf. Die Natur funktioniert nach dem Prinzip geben und nehmen, während große Teile unserer Industrie auf das Prinzip ,,nehmen und nehmen” beruhen. Das muss sich sofort ändern. Der unaufhörliche Raubbau kann nicht ewig weitergehen, da wir alle auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen leben. Die neue Industrie muss deshalb im Einklang mit der Natur funktionieren. In Zukunft wird vermehrt auf Re- und Upcycling gesetzt. Zusätzlich wird man mit fortschreitender Entwicklung in der Raumfahrt, auch andere Möglichkeiten des Rohstoffabbaus in Betracht ziehen, wie beispielsweise das Asteroid-Mining oder der Abbau von Ressourcen auf anderen Planeten. Die neue Wirtschaft soll auf Langfristigkeit beruhen und zukunftstauglich sein, während sie die wichtigen Bedürfnisse des Menschen abdeckt und die regenerativen Kapazitäten des Planeten, nicht übersteigt. Es sollen keine unnötigen Güter produziert werden, die am Ende tonnenweise entsorgt werden. Die neue Ökonomie soll den Planeten und uns Menschen dienen anstatt uns zu schaden.

Das bedeutet im Klartext: Es wird klimaneutral, es wird effizienter, es wird umweltfreundlicher und ja; es wird auch weniger konsumiert. Das bedeutet in der Praxis, dass wir ökonomische Kreisläufe entwickeln die mit der Natur funktionieren anstatt gegen sie. Das würde auch bedeuten, dass wir uns vom Profitdenken entfernen müssen und näher kommen, zum vernünftigem, nachhaltigen Denken und Handeln in unserer gegenwärtigen Wirtschaft. Das betrifft auch unsere Ernährung. Wegen der wachsenden Population und dem hohen Ressourcenverbrauch für die Nutztierhaltung, werden mehr Menschen sich in Zukunft rein pflanzlich ernähren und die Landwirtschaft wird sich dementsprechend anpassen. Es werden kaum noch Tiere im Hofbetrieb genutzt und stattdessen eine biovegane Landwirtschaft etabliert die so funktionieren könnte:

Wie könnte eine nachhaltige Gesamtökonomie in Zukunft aussehen? Ganz einfach: Es wird eine Kreislaufwirtschaft etabliert. Für jeden gefällten Baum, wird ein neuer gepflanzt. Jedes gegrabene Loch, wird wieder zu gegraben oder renaturiert. Die Nutzung von Kunststoffe und biologisch nicht abbaubaren Materialien wird auf ein Minimum reduziert oder vollständig durch nachhaltige Alternativen ersetzt. Die Müllerzeugung wird auf ein Minimum reduziert und alle Abfälle werden vollständig recycelt. Chemieabfälle werden nicht einfach wieder in den Fluss gekippt, sondern entweder sinnvoll weiter verwendet oder chemisch neutralisiert und fachgerecht entsorgt. Neue Gegenstände werden nicht mehr für die kurzfristige Nutzung und der Profitmaximierung produziert, sondern für den langfristigen, generationsübergreifenden Gebrauch. Es wird nur produziert, was wirklich gebraucht und verbraucht wird.

Stichwort: Produktion auf Nachfrage. Das könnte mit dem Internet funktionieren, indem über ein Computersystem, alle Bestellungen automatisch aufgenommen werden und die nachgefragten Waren exakt auf Abruf produziert und geliefert werden. Mit Smarthome-Systeme wäre das bereits heute möglich. Die Produktion der Zukunft wird zudem regionaler und effizienter. Mittlerweile kann man zahlreiche Gegenstände und Bauteile mit dem 3D-Drucker schnell von Zuhause aus einfach selber drucken, anstatt die Ware aus einem weit entfernten Land liefern zu lassen. Der 3D-Druck ermöglicht zudem das Ausdrucken einzelner Plastik-Ersatzteile für defekte Geräte.   Modulare, flexibel veränderbare Fabrikhallen in Kombination mit Individuell anpassbaren Maschinen, ermöglichen eine flexiblere Produktion eines  breitflächigeren Sortiments. So kann eine größere Vielfalt an Güter produziert werden, ohne dass man für jedes Modell eine eigene Produktionsstätte aufmachen muss. Auch für den Kleinunternehmer, der sich mit dem 3-Druck eine Existenz aufbauen möchte, ist diese Technologie vom hohen Nutzen:

Mit diesen Möglichkeiten wird nur das an Güter produziert, was tatsächlich benötigt wird um Überproduktion und Wegwerfen von überflüssiger Ware zu vermeiden. Lebenswichtige Güter wie Nahrungsmittel, könnten leicht überproduziert werden und als Reserve über traditonelle und neuartige Konservierungsmethoden aufgehoben werden, die dann mit der Zeit vollständig verbraucht werden. Wenn wir in Zukunft nachhaltiger leben wollen, dann müssen wir definitiv die Verschwendung von Ressourcen vermeiden und gleichzeitig für eine gleichmäßige Verteilung sorgen. Man könnte nun glauben, dass das aktuelle Wirtschaftssystem unser Leben verbessert hat, aber hat es das wirklich? Oder war es nicht doch die Technologie, der wissenschaftliche Fortschritt und der Fleiß vieler Arbeiter, die unser Leben bereichert haben? Ohne moderne Technologie, ohne die Wissenschaft und ohne kluge Leute, die das umsetzen, könnte unser Wirtschaftssystem noch so ausgeklügelt sein wie es möchte, es würde nur wenig taugen und wäre um einiges härter. Es wäre etwa so wie in der vorindustriellen Zeit, als die meisten Menschen noch von der Handarbeit auf dem Land lebten. Maschinen, die uns viele Arbeiten abgenommen haben, erleichterten uns das Leben um ein Vielfaches.

Am Ende des Tages hängt unsere Lebensqualität von der Produktion und der Bedarfsdeckung unserer lebensnotwendigen Bedürfnisse ab. Wir brauchen somit ein Wirtschaftssystem, das allen Menschen dient, nicht alleinig der Profitmaximierung, zugunsten einiger weniger. Das ist ein Punkt der in der schönen neuen Arbeitswelt heute wichtiger sein wird denn je: Der Mensch, die Gerechtigkeit und funktionierende soziale Strukturen. In der neuen Arbeitswelt, die bereits jetzt in Entwicklung ist, werden mehr flache Hierarchien (oder überhaupt keine) existieren.

Jeder wird unabhängig von seiner Leistung als gleich wertvoll behandelt, jeder wird für seine Tätigkeit gut und fair entlohnt und niemand muss um seine Existenz mehr fürchten, wenn er seine Arbeit verliert, weil man ein Bürgergeld einführen wird, dass einen im Fall der Fälle absichert. In der neuen Schule, die die Kinder auf die neue Arbeitswelt ausbildet, werden zudem gezielt Arbeitgeber und nicht nur Arbeitnehmer ausgebildet.

Es wird ihnen beigebracht, wie sie in mehr Eigenverantwortung leben und sich eigenständig, alleine oder zusammen mit anderen eine solide Existenz aufbauen. Die Wirtschaft und die Arbeitswelt der Zukunft wird fairer, leichter, humaner, weniger zeitlastig und genau deshalb erfolgreicher werden. In diesem Entwicklungsprozess befinden wir uns bereits jetzt. Mehr Leute fangen damit an ihr Leben und die Welt da draußen gründlich zu hinterfragen und auf bestehende Probleme alternative Lösungen zu entwickeln. Was ich hier präsentiert habe ist eigentlich keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits jetzt im vollen Gange. Es erwartet uns ein goldenes Zeitalter mit Fortschritt, Frieden, Liebe, Innovation und Wohlstand für alle! Okay, das klingt vorerst nach einer Utopie, denn der Laden muss ja auch laufen. Aber zumindest ist es bereits ein Fortschritt, wenn wir auf so eine Richtung hinarbeiten.