Letztens habe ich mir den Film Nosso Lar (unser Heim), bzw. Astral City angeschaut, der mal eine etwas andere Vorstellung von Himmel und Hölle liefert, als das, was man im Mainstream sonst darüber hört. Er war etwas kitschig und belief sich auf teilweise veralteten Idealvorstellungen, war jedoch sehr nah dran an der Vorstellung des Jenseits, mit der ich persönlich am meisten etwas anfangen kann.

Der Film spielt sich irgendwo zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert ab. Die Hauptfigur namens Dr. André Luiz ist ein hoch angesehener, wohlhabender Arzt und lebt mit seiner Frau und Kinder in einer prachtvollen Villa in einem reichen Stadtviertel. Er ist sehr beschäftigt und kümmert sich um zahlreiche Patienten, die er nach den damaligen Kenntnissen der Medizin behandelt. Gleichzeitig genießt er in seiner Freizeit das Nachtleben in Restaurants und Bars, wo er regelmäßig Alkohol trinkt und raucht.

Wegen der Überarbeitung in Kombination mit seinem ungesunden Lebensstil, bricht der Arzt eines Tages zusammen und wird zur Operation ins Krankenhaus geliefert, wo er vergeblich gerettet werden kann und stirbt. Kurz nach seinen Tod findet er sich in einer Art Schattenwelt namens Umbral wieder, was man in der spirituellen Szene als die “niederen Astralebenen” bezeichnet würde. Der Ort ist eine Art Fegefeuer, der sich tief unter der Erde verbirgt und wo alle dort gelandeten Seelen leiden. André irrt lange in dieser Welt herum und verspürt Schmerz, Hunger, Durst und Angst.

Er wird von einigen dort ansässigen Leuten als Selbstmörder beschimpft, ohne dass er sich nach seinem Verständnis als Selbstmörder betrachtet. Für ihn stellt sich heraus, dass all die Werte, wie Zorn, Wut, Hass, Selbstsucht, Gier und Materialismus, gleichbedeutend mit Selbstmord sind und der Grund dafür, warum er im Nachleben in diesen höllenähnlichen Ort gelandet ist. Seine Krebserkrankung ist für seine Situation ebenfalls mitverantwortlich und durch seinen ungesunden Lebensstil selbstverschuldet. Er stellt dabei fest, dass das Leben ein ewiger Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ist und abhängig davon was man zu Lebzeiten getan hat, im Nachleben in entsprechende Orte landet die den Vorstellungen von Himmel und Hölle entsprechen.

Sein Aufenthalt in Umbral wird für ihn immer unerträglicher, weshalb er aus tiefstem Herzen fleht, aus seiner Lage befreit zu werden. Er wird erhört und Menschen mit leuchtenden, weißen Gewändern packen ihn auf eine Liege und bringen ihn in eine futuristische Stadt, die nur im Jenseits, auf feinstofflicher Ebene, direkt über der Erde existiert und an den Vorstellungen von Himmel herankommt.

Dort wird Luiz in eine moderne Krankenstation gebracht, wo ein Mann nur mit seinen Händen seine klaffenden Wunden heilt. Um aus dem Jenseits Kontakt mit seiner Familie aufnehmen zu können, muss er Arbeit verrichten und wird dort im medizinischen Bereich als Heiler eingesetzt, wo er nur mit seinen Händen und seiner geistigen Intention, andere gefallene Seelen heilt. Luiz erkennt, dass der Ort an dem er gebracht wurde, das wahre Zuhause der Menschen ist. Mit der Zeit lernt er, dass das echte Leben an diesem Ort stattfindet und die Erde nur eine Durchreise ist. Er lernt dass der Tod nur ein angsteinflössendes Spiel der Illusionen ist, in Wahrheit aber, dem Leben Erneuerung und einen Sinn verleiht.

Was kann man daraus lernen?

Glaubt man dieser Vorstellung vom Leben nach dem Tod, weiß man, dass die Erde eine Art Schule, oder ein Trainingsgelände für Seelen ist, auf dem man während der gesamten Lebensreise wichtigen Prüfungen unterzogen wird. Das echte Leben beginnt aber nach dem Tod. Wie in meinem Beitrag ,,Warum gibt es Dunkelmächte?angeschnitten, wird man hier auf Erden allen möglichen Energien, Kräften, Einflüssen und Mächten ausgesetzt, die nicht immer positiv erscheinen und dazu da sind um zu lernen, damit möglichst konstruktiv umzugehen. Man lernt dabei auch über sich selbst hinauszuwachsen und tritt aus schwierigen Situationen stärker hervor. Nicht umsonst heißt es die Schule des Lebens, was aus einer höheren Perspektive betrachtet, einen wichtigen Zweck hat. Es soll uns bestimmte Erfahrungen ermöglichen, aus denen wir lernen, wachsen und uns weiterentwickeln können. Diese Erfahrungen könnten wir im Jenseits, beziehungsweise im richtigen Leben nicht machen. Sie sind aber wichtig für unsere Weiterentwicklung und ein Grund dafür, warum so viele Seelen sich freiwillig auf diesen besonderen Planeten, auf dem es manchmal wild zugeht, inkarnieren. Wir lernen dadurch auch mehr über uns selbst und wer wir wirklich sind.

Auch dunkle Orte wie die Hölle oder das Fegefeuer, sind dazu da um zu lernen und wieder zu uns zurück zu finden, während wir uns von den Fehlern aus unserem vorherigen Leben reinigen. In höllenähnlichen Orte gelangen die ganz harten Fälle, die in ihrem Leben besonders grauenhafte Dinge getan haben und komplett vergessen haben wer sie sind. Auch diese Orte sind dazu da um wieder zu sich zurückzufinden, nicht als “Strafe Gottes”, wie von einigen religiösen Anhänger behauptet wird, sondern als eine Art Restauration der Seele. Das bedeutet, dass alles was existiert, aus der höchsten Perspektive betrachtet, einem höheren Zweck dient und nur zu unserem besten geschieht. Es dient auch unserem eigenen Wachstum. Jemand der ganz oben war, kann tief fallen und wieder zurück nach ganz oben gelangen. Das hängt aber auch von dem persönlichen Willen und der eigenen Entscheidung ab, die jeder von uns treffen kann. Egal wie schwer, unfair oder negativ eine Situation erscheinen mag, sie dient immer zu unserem besten und ist ein Treiber für die persönliche Weiterentwicklung. In diesem Sinne handelt das Universum immer zu unserem Gunsten, niemals gegen uns und niemals um uns zu bestrafen. Das Göttliche, die allumfassende Liebe Gottes, hat immer nur unser bestes im Interesse, auch wenn es für uns persönlich in schwierigen Situationen (die oft auch selbst verschuldet sind), nicht immer danach aussieht. Das ist eine ganz andere Perspektive auf das Leben im Jenseits, als das was dogmatische Irrglauben von einigen religiösen Anhänger vermittelt wurden und lange für unnötige Angst, Chaos und Zerstörung gesorgt haben.

Deshalb, wenn Du lieber Leser, einer schwierigen Situation begegnest, dann frage dich dabei:,,Was kann ich daraus lernen?”, “Wie hat mir diese Erfahrung für mein Leben geholfen?”, “Welche wertvollen Lektionen kann ich dieser schwierigen Situation abgewinnen?”. Merkst Du den Unterschied? Du wirst mit dieser Einstellung zum Alchemisten. Du transformierst etwas negatives in etwas positives. Nehmen wir die Corona-Pandemie als Beispiel: Aufgrund der Fehler in der Politik und der Korruption, der man dort begegnet ist, fangen so viele Menschen wie noch nie zuvor damit an, das System, die gesellschaftlichen Strukturen und die alten Paradigmen vermehrt zu hinterfragen und darüber nachzudenken, wie man es zugunsten des Allgemeinwohls verändern kann. Manchmal braucht es eine Krise um echte, positive Veränderung zu bewirken. Wie Du nun hoffentlich erkennen kannst, dienen uns schwierige Situationen. Sie sind ein effektiver Wachstumstreiber und niemals gegen uns, sondern FÜR uns, sofern man das erkennt und für sich nutzt.