Widmen wir uns einem Thema, welches einen Großteil unserer Gesellschaft betrifft: Autoritäten, ihre Rolle in unserer Gesellschaft und die Definition von Autorität. Ich möchte mit diesem Artikel meine persönliche Perspektive zum Thema Autoritäten erläutern. Es soll für Interessierte als Inspiration zum Umdenken dienen. Autoritäten spielen in unserer Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes eine entscheidende Rolle. Wenn man von Autoritäten spricht, dann sind damit in der Regel hoch angesehene Wissenschaftler, Politiker, Finanzminister, Anwälte, Ärzte und fachkundige Leute aus anderen Bereichen gemeint. Zudem gibt viele Leute da draußen, welche sich als Autorität betrachten, in Wahrheit sich aber überschätzen und sich für zu wichtig nehmen. Umgekehrt gibt es dieses Phänomen ebenfalls, wenn Leute sich und ihre Fähigkeiten zu sehr unterschätzen. Eine gesunde Bescheidenheit und ein realistisches Selbstbild, sind an dieser Stelle immer hilfreich. Echte Autoritäten genießen im gesellschaftlichen Kontext somit ein hohes Ansehen. Laut gesellschaftlicher Definition, sind das die Leute, die über wichtige Themen Bescheid wissen, ihr Fach jahrelang akribisch studiert haben und was deren Gebiet betrifft, die besten Antworten und Lösungen kennen. Damit geht laut den klassischen gesellschaftlichen Ansichten einher, dass diese Leute ihr Fach jahrelang, meist in einer öffentlichen Bildungseinrichtung, wie zum Beispiel einer Hochschule oder einer Universität, studiert haben. Sie werden als autoritär angesehen, wenn sie einen bestimmten Schulabschluss aufweisen, wofür sie selbst oder ihre Eltern nicht selten, tief in die eigene Tasche gegriffen haben. Diese Leute werden seitens der Menschenmassen als sehr kompetent und vertrauenswürdig betrachtet. Ein solides Vertrauensverhältnis seitens Gesellschaft und der Autorität ist dabei Vonnöten, damit ein Mensch als Autorität akzeptiert und wahrgenommen wird. So gibt es da draußen Ärzte, Anwälte, Politiker und sogenannte geistige Führer, die in der breiten Gesellschaft als hoch geschätzte Autoritäten betrachtet werden und einen wesentlichen Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen nehmen. Es sind Leute die ihr Fach beherrschen und genau wissen, was sie da tun, jedenfalls wird das von ihnen erwartet. Alles schön und gut. Warum stehe ich diesem Thema dennoch kritisch gegenüber? Ich sah viele Leute, die jahrelang studiert haben und wirklich gut in dem sind, was die da machen. Ich sah zugleich Leute die ebenfalls jahrelang studiert haben und von ihrer Materie trotzdem nicht viel wissen. Trotz des Studiums und des jahrelangen Büffelns, verstehen diese Leute nicht viel von ihrem Fachgebiet. Sie werden trotzdem als Autorität akzeptiert, lediglich weil sie irgendeinen bestimmten Abschluss in der Tasche haben. Deshalb stelle ich mir bei gesellschaftlich definierten Autoritäten die Fragen: Wie zuverlässig und vertrauenswürdig sind diese Leute wirklich? Ist alles was diese Leute tun und sagen auch wirklich immer richtig und einwandfrei? Ist es richtig, diesen Leuten immer blind und bedingungslos zu folgen?

Aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht selten vorkommt, dass Menschen sich und ihre Fähigkeiten überschätzen und sich für zu wichtig nehmen. Ich sah Leute da draußen, die einen durchschnittlichen Abschluss in ihrem Medizinstudium hatten und sich deshalb für die Größten hielten und ich sah Leute, welche nichts dergleichen besaßen und dennoch sehr intelligent und kompetent waren, jedoch sich nicht trauten, mehr aus sich zu machen. Wem würdest Du in diesem Fall mehr vertrauen; demjenigen, der hauptsächlich auf dem Papier als Autorität angesehen wird, in der Realität jedoch Quacksalberei betreibt, oder jemand der eigenverantwortliches, förderliches Verhalten, täglich aktiv in das eigene Leben umsetzt und sein Fach bestens beherrscht und versteht?

Der Großteil der normalen Bevölkerung würde den angesehenen Autoritäten wahrscheinlich blind vertrauen und nur darauf schauen, was auf dem Papier steht (wenn es Schwarz auf Weiß steht, dann muss es ja stimmen), unabhängig davon wie aussagekräftig das Dokument wirklich ist oder ob es überhaupt echt ist. Das fängt schon bei der Bewerbung für eine bestimmte Arbeitsstelle an: Viele Arbeitgeber schauen hauptsächlich nur darauf, was beim Bewerber auf dem Papier steht, hinterfragen aber nicht genau, ob der Bewerber auch in der Realität und im gegenwärtigen Moment auch so professionell ist wie es auf dem Dokument geschrieben steht. Andersherum gibt es sehr kompetente Leute, die einen bestimmten Schulabschluss oder eine kostspielige Lizenz jedoch nicht haben und deshalb allein aus diesem Grund für den Job nicht infrage kommen. So wird täglich massenhaft Potential vergeudet.

Dann gibt es noch die Leute, die keinerlei relevante Kompetenzen aufweisen, jedoch sehr gut in der Fälschung von Dokumenten sind. Vielleicht kennst Du den Film Catch Me if you can. Wenn ja, dann sollte es dir klar sein, wie teilweise es noch zu einfach ist, sich heutzutage als eine Autoritätsperson auszugeben. Jeder kann mit ein wenig Know How und den nötigen Hilfsmittel alle möglichen Zeugnisse, Lizenzen und Urkunden fälschen und sich dadurch Vorteile verschaffen. So ist es dazu gekommen, dass in der Vergangenheit kriminelle Schwachmaten an die Macht gekommen sind und für Probleme sorgten. Wer da nur auf das Papier schaut und nicht genau hinterfragt, ob diese Person auch tatsächlich in der Realität diese Kompetenzen aufweist, geht damit ein Risiko ein. Natürlich muss ein Urkundenfälscher eine gewisse Intelligenz und Geschicklichkeit besitzen um eine täuschend echte Fälschung einer Urkunde zu machen, was in gewisser Hinsicht als autoritär angesehen werden kann. Trotzdem wird ein Schwerverbrecher durch sein professionelles Urkundenfälschen alleine, nicht zu einem gut ausgebildeten Arzt. Wenn man somit Jemand neues kennenlernt, stellt blindes Vertrauen und das alleinige Schauen auf dem Papier ein Risiko dar. Auf der anderen Seite werden zugleich kompetente Leute unterschätzt, die nichts dergleichen Dokumente aufweisen können, jedoch sich privat sehr engagiert mit ihrem Fachgebiet befassen und darin eine wertvolle Expertise aufweisen. Wenn man kompetente Persönlichkeiten, die aber rein auf dem Papier nicht als Autorität angesehen werden, unterschätzt, verpasst man möglicherweise eine wertvolle Gelegenheit für eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Auch Meister können Fehler machen

Doch was ist, wenn die Urkunde und der Abschluss echt sind? Macht das alleine eine Autorität aus? Abgesehen von der Möglichkeit, dass ein Einser-Zeugnis nur dadurch zustande kam, weil der Lehrling bei seinen Prüfungen fleißig auswendig gelernt hat, jedoch nichts von der Materie versteht, können auch (echte) Ärzte und Anwälte Fehler machen, sich irren, sich über- oder unterschätzen, was im schlimmsten Szenario verheerende Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft mit sich bringen kann, wenn seitens Autoritäten schlechte, oder falsche Entscheidungen getroffen werden und ihnen blind gefolgt wird. Ein gutes Beispiel dafür, sind zahlreiche unüberlegte Regelungen zum Corona-Lockdown. Ich möchte mich an dieser Stelle klar von Coronaleugnung, Verschwörungsmythen oder rechtsextremen Gedanken distanzieren und das Thema einfach so betrachten, wie es wirklich ist. In manchen Ländern sind die Regeln viel zu streng und unüberlegt aufgestellt und konditioniert. Teilweise werden absurd strenge Lockdown-Regelungen bestimmt, die aber im großen und ganzen, was die Ansteckungsgefahr anbelangt, keinen signifikanten Unterschied ausmachen. Warum braucht man beispielsweise beim Spaziergang alleine im Wald eine Maske zu tragen? Welchen Unterschied macht das aus? Jetzt würde vielleicht einer sagen, weil das Virus sich über die Luft überträgt. Vermutlich hätte Derjenige diese Information aus irgendwelchen Medien aus dem Internet aufgeschnappt. Doch stimmt eigentlich, was dort berichtet wird? Gibt es Beweise? Wer sind diese Leute, die das publiziert haben? Falls es stimmen sollte, gilt dieses Infektionsrisiko dann auch wenn man ohnehin alleine unterwegs ist? Wie viele Leute da draußen würden sich bewusst solche Fragen stellen? Kann der Virus unendlich lange leben und mich von überall und zu jeder Zeit befallen, selbst wenn ich alleine unterwegs bin? Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

So werden übertriebene Sicherheitsmaßnahmen aufgestellt, basierend auf falschen Fakten oder Vermutungen, die am Ende zu stark die eigene Freiheit einschränken und nichts zur Lösung des Problems beitragen. Gesellschaftliche Probleme, wie unter anderem psychische Belastungen und Entwicklungsstörungen bei Kinder mit Maskenpflicht, sind die Konsequenzen daraus, welche langfristige Folgeschäden mit sich bringen. Trotzdem werden auch diese Regelungen von zahlreichen Schäfchen blind befolgt und niemals hinterfragt, aus dem einfachen Grund weil diese Regelungen von gesellschaftlich definierten Autoritäten stammen. Wenn hoch angesehene Wissenschaftler das sagen, dann muss es wohl stimmen, oder? Doch auch diese Leute können sich irren. Auch sie sind in der Regel nur Menschen. Ironischerweise gibt es auf der anderen Seite, hoch-angesehene Ärzte, die diese übertriebenen Regelungen ebenfalls für absurd halten und dafür aus wissenschaftlichen Studien stichhaltige Beweise haben.

Blindes Vertrauen und befolgen von Regeln, hat auch in der Vergangenheit viele Menschen ins Verderben gestürzt und ihr Leben ruiniert. Das extremste Beispiel, ist die katholische Kirche im Mittelalter. Dort wurden Päpste und Priester von den Menschenmassen als Autorität angesehen und deren Weltbild definierte das gesellschaftliche Leben. Alternative Ansichten, so wie es heutzutage vermehrt der Fall ist, gab es damals nicht, oder wenn überhaupt, dann nur für kurze Zeit. Wenn damals jemand etwas anderes dachte oder Ansichten verbreitete, welche nicht dem allgemeingültigen Weltbild entsprachen, wurde derjenige damals in der Regel erhängt, geköpft, verbrannt oder zumindest für verrückt erklärt; auch wenn die alternativen Ansichten näher an der Wahrheit dran wahren als der Status Quo . Kein Wunder also, dass verlogene und desillusionierte Weltbilder sich in der Vergangenheit jahrhundertelang halten konnten.

Die Wissenschaft und das Freidenken, änderten dieses Paradigma. Doch Freidenken bedeutet immer noch, sich an der Wahrheit zu orientieren und nicht irgendwelche Lügen als die Wahrheit zu verzapfen. So folgten zahlreiche Schäfchen dem Hirten in das Schlachthaus, ohne dabei zu merken, dass vieles, was als sogenannter Glaube definiert wurde, eigentlich gar nicht der Wahrheit entsprach und demnach nicht selten mit Lügen, Illusionen, Spekulation und Missinterpretationen behaftet war. Nur so kann ich es mir erklären, dass im Mittelalter mit sogenannten Ablassbriefen gehandelt wurde, um sich angeblich dadurch von den eigenen Sünden zu waschen. Heute ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass es nur eine armselige Methode war um Geld zu verdienen. Auch heute noch, findet man solche Schemen in anderer Form wieder, wenn beispielsweise der Arzt aus der Werbung (der in Wirklichkeit oft nur ein Schauspieler ist), seine medizinisch einwandfreie Zahnpasta bewirbt.

Faktoren, welche die Vertrauenswürdigkeit beeinflussen

Hinzu kommt: Manche Autoritäten sind möglicherweise nicht mehr in der besten psychischen Verfassung. Eine stabile, psychische Verfassung, sowie ein realitätsnahes Weltbild, sind jedoch wichtige Faktoren, wenn man für viele Menschen die richtigen und funktionierenden Entscheidungen treffen möchte. Trotzdem folgen und vertrauen noch zu viele Leute, den Autoritäten blind und das kann im Ernstfall gefährlich werden. Wenn ein Patient ein lebensnotwendiges Medikament braucht und der Arzt sich bei der Dosierung verrechnet oder ihm ein Medikament verschreibt, welches er eigentlich gar nicht braucht, nur damit der Arzt dadurch auf leichte Art sein Einkommen erhöhen kann, dann weißt Du was ich meine. Sollte somit jeder von uns die klassisch gesellschaftlich definierten Autoritäten bewusst hinterfragen? Die Antwort lautet JA! Und wie! Auch Autoritäten sind am Ende des Tages wie jeder andere auch, normale Menschen, die durchaus Fehler machen können. Fehler machen ist menschlich und nicht immer zu 100 Prozent vermeidbar. Doch es geht noch schlimmer: Manche treiben es so weit, dass sie bewusst etwas falsch machen um anderen für den Profit, die passende Lösung zu verkaufen. Ein Großteil der klassischen Wirtschaft funktioniert noch nach diesen Muster; alles selbstverständlich zur Gewinnmaximierung. Jemand könnte theoretisch eine Vase bewusst zerbrechen und es als versehentlichen Fehler deklarieren um im Anschluss dem Betroffenen eine neue Vase zu verkaufen oder einen teuren Klebstoff, um die Scherben wieder zusammenzukleistern. Die Person könnte sich dabei als bewusste Autorität verkaufen um die Verkaufszahlen zusätzlich zu steigern. Wer darauf reinfällt, wird unnötigerweise viel Geld los. Ziemlich verrückt, oder? Ob Du es glaubst oder nicht, ich erlebte auch solche Situationen.

In so einen Fall ist kritisches Denken und das aktive Hinterfragen der alltäglichen Dinge goldwert. Andernfalls wird man zum Opfer von den idiotischen Spielchen oder schlichten Fehlern anderer Leute. Es soll jedoch nicht bedeuten, dass man direkt jedem misstraut, den dann wären wir wieder beim Thema Paranoia. Eine gesunde Skepsis ist somit sehr dienlich, wovon sehr viele Schlafschafe da draußen allerdings noch zu wenig haben. Blindes Vertrauen und stumpfes Befolgen von Befehlen, ohne es gründlich zu hinterfragen, kann einen auch ganz schnell ins Verderben stürzen.

Wo wir schon bei Autoritäten sind; was ist mit jenen Leuten die zwar auf den Papier nicht autoritär sind, jedoch trotzdem viel von ihrem Fach verstehen? Nun diesen Leuten darf man ebenfalls das nötige Vertrauen entgegenbringen, wenn das was sie da sagen und tun, auch wirklich der Wahrheit entspricht und zur Lösung beiträgt. Jeder, der das beste aus sich macht, hat auch eine Chance verdient und dem darf auch vertraut werden, unabhängig davon, was diese Person in der Vergangenheit getan oder erreicht hat. Bei diesen Leuten ist von einer natürlichen Autoritätsperson die Rede, das bedeutet jemand der laut gesellschaftlicher Definition nicht als Autorität betrachtet wird, jedoch trotzdem viel von seinem Fach versteht und dabei viel praktische Erfahrung gesammelt hat, kann ebenfalls als ein ernstzunehmender Experte betrachtet werden. Dennoch sollen auch diese Leute ausreichend hinterfragt werden. Voraussetzung für eine inoffizielle Autorität ist, dass jemand ernsthaft an seinem Gebiet interessiert und darin ein echter Experte ist. Ein offizielles Studium in einer bestimmten Bildungseinrichtung ist dabei jedoch nicht gegeben, was aber nicht in jedem Fall erforderlich ist. Ein Arzt, der sein Fach verstehen muss und ausreichend praktische Erfahrung benötigt um für seinen Beruf eine öffentliche Zulassung zu bekommen, wird auf ein klassisches Medizinstudium nicht verzichten können, um gesellschaftlich offiziell als Autorität anerkannt zu werden. Doch das gilt nicht für alle Berufe. So gibt es Leute, die sich das Programmieren über die Autodidaktie komplett selbst beigebracht haben und in ihrem Gebiet auch ohne offizielles Studium sehr professionell sind. Diese Leute sind gesellschaftlich inoffizielle Autoritäten und weisen auch ohne einen bestimmten Schulabschluss ebenso Expertise auf wie deren Kollegen, die offiziell studiert haben. Natürlich mussten aber auch diese Leute ihr Fach anderweitig erlernt haben. Das klassische Studium wie es noch im 20. Jahrhundert der Fall war, ist aber heute kaum noch notwendig. Das Internet und Angebote für Fernstudiengänge, bieten auch alternative Lösungen an um sich beruflich weiterzuentwickeln. So habe ich selbst, fast ausschließlich über das Internet, eine Menge über Webdesign, Mediendesign, Unternehmertum und Spiritualität gelernt. Diese Möglichkeiten sind aus meiner Sicht ein Segen und machen einen ein Stück weit unabhängig von einem größtenteils veralteten Schulsystem. Deshalb finde ich, dass auch Leute, die ihre beruflichen Fähigkeiten auf alternativen Wegen erlernt haben, die nötige Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommen sollten, sofern sie sich darin bewiesen haben und genau wissen was sie da tun. Dennoch ist auch hier eine gesunde und konstruktive Kritik wie immer und überall ein nützliches Werkzeug, dass einem im Ernstfall sogar das Leben retten kann.

Fazit:

Nur weil jemand auf dem Papier oder durch vergangene Errungenschaften, gesellschaftlich hoch angesehen ist, heißt das alleine noch lange nicht, dass diese Person immer und überall, bzw. im gegenwärtigen Moment richtig handelt und entscheidet. Fehler machen ist menschlich und schließt auch nicht die Profis aus. Es gibt Leute die mehr Fehler und welche, die weniger Fehler machen. Dennoch wird jemand, der viele Jahre an Erfahrung gesammelt hat und wirklich sein Handwerk versteht, es kontinuierlich auslebt und verfeinert, weniger dazu neigen Fehler zu machen, als jemand, der noch komplett am Anfang steht. Wer über viele Jahre aktiv an sich arbeitet und aus seinen Fehlern lernt, wird mit der Zeit einfach besser. Nicht umsonst heißt es Übung macht den Meister. Doch selbst der Meister kann sich mal irren, was nichts schlechtes sein muss, es ist jedoch wichtig diese Tatsache zu beachten. Dabei ist der Wille und die Arbeit an sich selbst, sowie die persönliche geistige Weiterentwicklung und das Besserwerden im eigenen Fachgebiet das eigentliche, was wahre Autoritäten heranwachsen lässt. Wahre Autoritäten sind zudem auch diejenigen, die zum Allgemeinwohl handeln, denn wer zum Allgemeinwohl handelt, handelt am klügsten und kluge Köpfe sind auch häufig die Leute, auf die man am ehesten hört. Es sind auch die Leute, die sich selbst nicht für zu wichtig nehmen und eine gesunde, ausbalancierte Bescheidenheit an den Tag legen. Sobald jemand sich selbst für zu wichtig nimmt, würde ich an der Autorität dieser Person zweifeln, denn dieses Verhalten zeugt von Unsicherheit. Viele Jahre Erfahrung, professionelles Arbeiten, in Kombination mit einem gesunden und klaren Geist, ist meiner Meinung nach, das was eine echte Autorität ausmacht, unabhängig davon, was auf dem Papier steht, oder was andere Leute über diese Person alles sagen. Echte Autoritäten wissen was sie tun und strahlen entsprechend ein gesundes Selbstbewusstsein aus. Doch Selbstbewusstsein alleine, macht einen noch lange nicht zur Autorität, wenn man weiß, dass man theoretisch auch lügen kann.

Somit sollte jeder verantwortungsbewusste Mensch, genau darauf hinschauen, was die autoritäre Person immer in der Gegenwart tut, sagt und ob diese Person entsprechend professionell handelt oder nicht. Dabei soll man selbst vernünftig hinterfragen ob das alles wirklich immer gut und richtig ist, was der andere da macht. Nicht nur auf den eigenen Verstand sollte hierbei gehört werden, sondern vor allem auch auf die eigene Intuition. Wenn man auf die eigene Intuition vertraut, wird diese am meisten Aufschluss darüber geben, ob jemand anderes als natürliche und vertrauenswürdige Autorität angesehen werden kann oder nicht. Wenn die Person wirklich Ahnung hat und sich in seinem Fachgebiet beweist, dann würde ich ihr auch so vertrauen, egal welchen Schulabbschluss der- oder diejenige hat. Kleinere Fehler sollte man jedoch immer verzeihen können, was nicht heißen soll, dass ich sich ständig wiederholende, massive Dummheiten toleriere.

In seltenen Fällen, gibt es auch Leute, die absolut nichts aus ihren Fehlern lernen und meinen das ganze Universum verstanden zu haben. Häufig handelt es sich dabei um einen Trugschluss, denn es gibt da draußen eine Menge zu wissen und zu verstehen. Der menschliche Verstand ist zu limitiert um jemals alles davon erfassen zu können. Wer also meint, das ganze Universum in seinen kleinsten Details verstanden zu haben und nicht zufällig Gott höchstpersönlich ist, lügt. In diesem Kontext ist meine Botschaft folgende: Was wir brauchen, sind nicht Autoritäten die uns ständig aufzeigen, wie wir unser Leben zu gestalten haben, oder Leute, die uns ständig aufzeigen wie wir all unsere Probleme lösen. Es ist gut, wenn wir so eine wohlwollende Unterstützung bekommen und ich empfehle diese auch anzunehmen, wenn es sich anbietet. Sich von anderen inspirieren zu lassen, ist ebenfalls in Ordnung, wenn es wirklich bereichernd ist. Doch am Ende des Tages, kann jeder selbst zu seiner eigenen Autorität werden. Jeder kann selbst aktiv an sich arbeiten, sich verbessern und mehr Weisheit und Klarheit dazu gewinnen, ohne sich dabei von Autoräten oder irgendjemanden abhängig zu machen. Jeder Mensch ist dazu bestimmt sich selbst anzuführen und nicht von sogenannten Anführern oder Autoritäten, was nicht heißen soll, dass man sich nicht von weisen Leuten inspirieren lassen kann. Ein anderes Wort dafür ist Eigenverantwortung. Im Idealfall sprechen echte Autoritäten nur Empfehlungen aus, während jeder verantwortungsbewusste Mensch selbst darüber entscheidet wie er oder sie ein Problem konstruktiv lösen kann. Das ist ein wichtiger Teil des Lebens, denn wir sind auch hier um uns eigenständig weiterzuentwickeln wozu eine gesunde Eigenverantwortung gehört.

Es ist deshalb nicht nötig, ständig die Verantwortung anderen abzugeben und das Denken immer nur anderen zu überlassen, es ist aber ebenso schädlich, wenn man zu sehr, nur für sich denkt und das eigene Denken und Handeln nicht ausreichend infrage stellt. Ein Raucher der felsenfest davon überzeugt ist, dass seine Gewohnheit gesund sei, wird in diesem Fall nicht viel zur Lösung seines Problems beitragen, solange er sein Handeln nicht bewusst hinterfragt und selbst etwas daran ändert. Es sollte demnach auch klar sein, dass nicht alles was jemand für sich selbst denkt, auch immer der Wahrheit entspricht und nicht immer den bestmöglichen Lösungsweg entspricht. Eigenverantwortung heißt somit auch, sich selbst jeden Tag aufs neue zu hinterfragen, eine gesunde Selbstkritik zu bewahren und dabei auch alternative Perspektiven und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, sofern diese nützlich sind. Am meisten sollte man jedoch immer auf das eigene Herz und auf die eigene Intuition hören, denn es weiß am besten, was für einen in der gegenwärtigen Situation am dienlichsten ist. Egal wie es kommt; am Ende soll dennoch immer der Respekt vor anderen Menschen gewahrt bleiben, egal ob jemand Ahnung von einem Thema hat oder nicht.