Ein tiny House mit Möglichkeiten für Gewächse, die die Selbstversorgung mit Lebensmittel ermöglichen

Heute leben wir in ungewissen Zeiten. Konjunkturschwankungen auf dem Markt, bestimmen schon lange das Leben vieler Menschen und die Sicherheit auf ein regelmäßiges Einkommen oder auf einen gewissen materiellen Wohlstand nimmt in einigen Teilen unserer Gesellschaft ab. Es ist ein ständiges Hin und Her und niemand weiß so recht, was als nächstes kommt und wie sich die Zukunft entwickeln wird. Das ist das Leben. Veränderung ist die einzige Konstante und unsere ganze Welt unterliegt ständigen Veränderungen. Welche Sicherheit hat man da noch? Die größte Sicherheit findet man immer in sich selbst. Wer nach innen schaut, auf die eigene Intuition vertraut und auf sein Herz hört, wird dadurch die größte Sicherheit haben. Doch was ist mit Sicherheit in materieller Hinsicht? Auch wenn ich selbst Befürworter des minimalistischen Lebensstils bin und materielle Güter für mich nicht das wichtigste im Leben sind, so ist es dennoch klar, das wir Menschen nicht ganz auf eine gewisse materielle Sicherheit verzichten können.

Doch muss man sich jetzt dabei von einem System abhängig machen was einem nicht mehr den gewünschten Halt und die Sicherheit anbietet? Gibt es nicht andere Lebensmöglichkeiten um sich auch in materieller Hinsicht ein sicheres, gutes und möglichst unabhängiges Leben aufzubauen? Kann ich mich wirklich immer auf andere Menschen da draußen verlassen, dass wirklich alles immer gut und nach Plan läuft? Auf wem kann man sich heute überhaupt noch verlassen? Du hast es möglicherweise schon geahnt: Sich selbst. Selbstversorger tun genau das. Sie vertrauen und verlassen sich auf sich selbst. Diese Haltung bringt ihnen die größte Sicherheit und Stabilität, die sie haben können. Ein anderes Wort dafür lautet Eigenverantwortung. Je mehr Eigenverantwortung jemand für sich übernimmt, auch für die eigenen Fehler und Schwächen, desto mehr Sicherheit und Stabilität wird man im eigenen Leben finden. Wenn Du einen hohen Wert auf Eigenverantwortung legst und dich nicht von den Launen der Wirtschaft und sonstigen Umwelteinflüssen abhängig machen möchtest, dann könnte das Selbstversorgerleben für dich genau das richtige sein. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie für dich ein Selbstversorgerdasein funktionieren könnte, worauf man bei diesem Vorhaben achten sollte und welche Risiken es dabei gibt.

Welche Orte und Länder für ein Leben als Selbstversorger?

Wenn man in Deutschland lebt, wird ein Leben als Selbstversorger etwas schwierig werden, was nicht heißen soll, dass es völlig unmöglich ist. Dennoch: Zahlreiche Gesetze, Regulierungen und Einschränkungen, seitens der Regierung, machen es einen nicht einfach, von heute auf morgen sich irgendwo im Wald ein Häuschen zu bauen und sich alle notwendigen Lebensmittel und Güter des Bedarfs selbst anzubauen. Die sicherste Art um sich auf rechtlich legitimen Weg ein Selbstversorgerleben aufzubauen, ist der Besitz eines eigenen Grundstücks. In Deutschland könntest Du dir ein kleines Waldgrundstück mit 200 – 500m² kaufen oder es alternativ pachten. Der Preis für das Grundstück hängt dabei stark von der Nachfrage, dem Ort und der Qualitäten ab. Weit außerhalb auf dem Land, wird man in der Regel die kostengünstigsten Flächen finden können.

Auf dem Land findet man auf einer dünn besiedelten Fläche meist die günstigsten Grundstücke für bereits 5000 – 10.000 Euro, was in Anbetracht der überhöhten Immobilienpreise ein echtes Schnäppchen ist. Achte darauf, dass das Grundstück auch bebaubar ist und ob es hier nicht irgendwelche versteckten Nachteile gibt, wie etwa Hochwassergefahr oder ein naheliegendes Industriegebiet. Am idealsten ist ein Grünstück mit Waldfläche und einem Fluss, der sauberes Quellwasser liefert. Alternativ geht auch die Pacht. Mit etwas Glück, kannst Du einen Grundstücksbesitzer finden, der dir eine Fläche von 200 – 300 m² für etwa 200 Euro monatlich vermietet. Leichter wird es in Länder wie Kanada, Russland und anderen Staaten aus dem Ostblock sein, wo Du für das gleiche Geld noch mehr Fläche bekommen und dort dann fast alles machen kannst, was Du willst. Klar gibt es auch in diesen Länder Regulierungen. Trotzdem sind dort die Regulierungen und Gesetze meist weniger streng als in einem Land wie Deutschland und es finden dort weniger Kontrollen statt, was nicht heißen soll, dass man verantwortungslos handeln soll. Wenn Du Fläche in anderen Ländern kaufst, dann gehe sicher, dass der Landbesitz auch staatlich abgesegnet ist. Es muss auch auf dem Papier stehen, dass das Land wirklich dir gehört, denn es gibt auch Betrüger da draußen, die einem Land verkaufen, dass gar nicht ihnen gehört. Wichtig ist, dass Du nicht in einen Staat auswanderst, wo es keine Demokratie gibt. Gehe in ein Land, wo die Grundrechte des Menschen respektiert werden, wo idealerweise, die Wirtschaft funktionierz und deine Freiheit gewährleistet ist. Ich empfehle dir zudem in ein Land zu ziehen, wo es eine gemäßigte oder tropische Klimazone und ausreichend Süßwasser gibt.

Wie viel Fläche für die Selbstversorgung?

Um eine vollständige Selbstversorgung zu gewährleisten, braucht man ein ausreichend großes Grundstück in der Größe von mindestens 150 m² pro Person. Mit 100 – 200 m² Fläche, kannst Du bereits Lebensmittel anbauen, die dich das ganze Jahr über versorgen. Dabei empfehle ich dir, auch eine Menge Lebensmittel zu konservieren und dir Vorräte anzulegen. Wenn Du Gewächshäuser einsetzt und mehrjährig produzierst, könntest Du sogar theoretisch mit noch weniger Fläche auskommen oder mit der gleichen Fläche mehr produzieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Du dich fast ausschließlich vegan oder vegetarisch ernährst, denn wenn Du größere Nutztiere wie Ziegen und Kühe hältst, brauchst Du für deren Versorgung wesentlich mehr Fläche. Die sparsamste und einfachste Möglichkeit von Tierhaltung sind Hühner. 2 – 4 Hühner (3 Hühner und 1 Hahn) reichen in der Regel aus, damit Du täglich genügend Eier hast, die dich als Vegetarier mit Vitamin B12 und anderen wichtigen Nährstoffen versorgen. Alternativ gehen 2 – 3 Ziegen, dessen Ziegenmilch, dir ebenfalls lebenswichtige Vitamine liefert. Im Idealfall, kannst Du dann eine vollständige Versorgung für dich selbst, deine Familie und deiner Tiere gewährleisten. Ein Veganer würde nun kritisieren, dass die Tiere dabei ausgebeutet werden. Ich denke, sofern es den Tieren gut geht, sie gesund sind und gut behandelt werden, kann hier nicht mehr von Ausbeutung die Rede sein. Viel mehr spricht man dann von einem gesunden Austausch zwischen Mensch und Tier. Das ist in der altbekannten Massentierhaltung selbstverständlich nicht der Fall.

Die benötigte Größe der Fläche hängt zudem stark von den eigenen Präferenzen ab. Jemand der viel Wohnraum verbraucht, wird logischerweise mehr Grundstücksfläche benötigen. Überlege dir also gut, ob Du für dich alleine wirklich ein 200 m² großes Haus mit 5 Schlafzimmer und 2 Badezimmer brauchst. Jeder unnötige Quadratmeter, kostet dich Geld und Energie um es instand zuhalten. Zudem verbraucht ein größeres Haus auch mehr Ressourcen, wie Strom und Gas und das belastet selbstverständlich die Umwelt. Wenn Du nur eine einzelne Person bist, dann wirst Du mit einem Tiny House, bereits bestens bedient sein. Alternativ gibt es neuerdings noch die Möglichkeit sich ein Haus für wenig Geld drucken zulassen. Mittlerweile gibt es 3-D-Drucker, die in 24 Stunden ein ganzes, vollwertiges Haus drucken können, wie in diesem Video gezeigt:

Somit hat auch beim Thema Wohnen, der Minimalist die Nase vorn, gerade wenn es um die Kostenersparnis geht. Fange klein an und gehe Schritt für Schritt voran. Du wirst es als Selbstversorger leichter haben, wenn Du nur so viele Güter verbrauchst, was Du wirklich für deine eigene Versorgung benötigst. Ich empfehle dir dennoch etwas mehr zu produzieren als Du brauchst um dir Vorräte anzulegen, für ungewisse Zeiten. Erstaunlicherweise ist es nicht viel, was ein Mensch zum Leben benötigt: Ausreichend Essen, Trinken, ein Häuschen, ein weiches Bett mit Decke und Kissen und im Idealfall Möglichkeiten zum Kochen und Duschen. Als Selbstversorger möchtest Du all diese Grundbedürfnisse eigenverantwortlich abdecken können um möglichst unabhängig von einem öffentlichen System zu sein.


Selbstversorger-Communities aufbauen

Als Selbstversorger, wirst Du es allein kaum schaffen. Ein Großteil der Menschen auf dieser Welt, sind Egoisten, das heißt sie denken hauptsächlich nur an sich. Sie verstehen dabei nicht, dass sie nur weiter kommen im Leben, wenn sie mit anderen zusammen arbeiten und sich gegenseitig an den richtigen Stellen unterstützen. Wir Menschen sind nur so weit gekommen, weil wir all unsere Verschiedenheiten beiseite gelegt und konstruktiv zusammengearbeitet haben.

Nur so konnten wir es schaffen uns eine funktionierende Zivilisation aufzubauen, mit Wohlstand, Diversität und Reichtum. Wenn Du nicht dafür sorgst, das es anderen besser geht, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es dir auch schlechter gehen wird. Wie in der normalen Gesellschaft, wird man nur weit kommen, wenn man sich mit anderen Leuten zusammenfindet, die gleiche oder ähnliche Interessen verfolgen, die nur die besten Absichten haben und auf die man sich verlassen kann.

Wenn Du es als Selbstversoger leichter haben willst, dann empfehle ich dir eine funktionierende, harmonische Community zu gründen oder einer bestehenden Community beizutreten! Das erfordert anfangs viel Mut, doch es kann sich für alle auszahlen. Es gibt sogenannte Selbstversorgerhäuser, in denen mehrere Leute zusammen wohnen und sich gegenseitig bei der Arbeit unterstützen. Solche Lebensmöglichkeiten, gibt es schon seit Jahrhunderten und sie haben sich bis heute bewährt. Hier spricht man von einer Gemeinschaft, nicht von einer Gesellschaft, denn in einer üblichen Gesellschaft, gibt es Gewinner und Verlierer, es gibt dort obere Sozialschichten und untere Sozialschichten, die von gewissen Gruppen stigmatisiert werden. Weil viele Gesellschaften auf dieser Welt so denken, werden auch die damit einhergehenden Probleme bestehen bleiben. In einer Gemeinschaft, sind jedoch alle gleich wertvoll. Jeder einzelne ist wichtig, was vorraussetzt, dass alle sich gegenseitig respektieren und so akzeptieren wie sie sind. Zum Thema Selbstversorger-Communitiefand ich eine interessante Webseite, die sich für-eine-bessere-welt nennt: https://www.fuereinebesserewelt.info/oeko-doerfer-gemeinschaften/

Auf jeden Fall lohnt es sich, in einer Community zu leben, zumal man sich hier wertvolle Kontakte aufbauen und viel voneinander lernen kann. Auf Youtube fand ich ein Video einer Selbstversorger-Community in Bulgarien. Die Leute dort, betreiben in einem verlassenen Dorf, selbständig Viezucht, Landwirtschaft und sie renovieren dort die Häuser, bzw. bauen das Dorf Stück für Stück weiter aus. Hier das Video dazu:

Die Spirebos: Eine Selbstversorger-Community in einem verlassenen Dorf in Bulgarien

Landwirtschaft für die Selbstversorgung

Permakultur für die Selbstversorgung von Lebensmittel

Die effizienteste und sicherste Art der Landwirtschaft um sich mit ökologischen Lebensmittel selbst zu versorgen ist die Permakultur. Bei der Selbstversorgung ist die Bodenbeschaffenheit von entscheidender Bedeutung. Der Boden darf nicht zu sandig, zu lehmig oder zu feucht sein. Genauso wenig darf er mit Nährstoffen überdüngt sein, da sich das negativ auf den Stoffwechsel der Nutzpflanzen auswirken kann. Wie viel Sonne oder Schatten dein Garten abbekommen soll, hängt ganz von den Pflanzensorten ab, die Du anbauen möchtest. Bau dir Gemüsesorten an die dich mit allen lebenswichtigen Mikro- und Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiß und gesunden Fette versorgen. Dazu gehören:

  • Kartoffeln
  • Sonnenblumenkerne
  • Walnüsse
  • Tomaten
  • Karotten
  • Kürbis
  • Mais
  • Blumenkohl
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Soja
  • Äpfel
  • Himbeeren
  • Johannisbeeren

Viele glauben, dass die Permakultur nur im kleinen Stil funktioniert, doch dem ist nicht so. Permakultur kann auch im großen Stil klappen wie eine Gemeinschaft in Indien sehr eindrucksvoll zeigt:

50 Jahre Permakultur in einer ehemaligen Wüste

Die Permakultur funktioniert von allen landwirtschaftlichen Methoden am besten und ist die ökologisch nachhaltigste Form der Landwirtschaft, die insbesondere in Wüstengebieten mit Wasserknappheit infrage kommt. Auch in Ländern mit gemäßigten Klimazonen wie Deutschland, Österreich und den USA, ist die Permakultur eine Möglichkeit für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Permakultur könnte man theoretisch auch in eine größere Stadt bringen, in dem man die Häuser und Bewässerungsysteme so baut, dass alles im Einklang mit der Natur funktioniert und dabei ein funktionierendes Ökosystem entsteht.


Gegenstände selber produzieren

Als Selbstversorger wirst Du umso unabhängiger sein, wenn Du so viele Gegenstände des alltäglichen Bedarfs wie möglich einfach selber produzierst. Zu den wichtigsten Gegenstände des Lebens gehören unter anderem Möbel, Küchen- und Badezimmerutensilien, Kleidung und einige Werkzeuge für die tägliche Arbeit. Das meiste davon, kannst Du mit den richtigen Werkzeugen und handwerklichen Geschick selbst produzieren. Mit einem Schulwebrahmen, etwas zum Nähen und mit Naturfasern wie Schafswolle, Baumwolle und Hanffaser, kannst Du dir ganz traditionell, deine eigene Kleidung zusammen nähen, wie diese Videos sehr eindrucksvoll zeigen.

Einen Webrahmen oder einen Tischwebstuhl, könntest Du entweder kaufen, oder mit einigen Werkzeugen und etwas Holz einfach selbst bauen. Du wirst als Selbstversorger mehr Möglichkeiten haben, deinen materiellen Bedarf abzudecken, wenn Du dir neben deinem Wohnhaus, noch zusätzlich eine kleine Werkstatt einrichtest mit folgenden Gerätschaften:

  • Werkbank
  • Kreissäge
  • Werkzeugschrank und Werkzeugwand
  • Werkzeuge für die Holzbearbeitung
  • Ein Brennofen für Metallbearbeitung
  • Amboß

Wenn Du in einer Selbstversorgercommunity lebst, dann reicht bereits eine ganze Werkstatt für alle Mitglieder aus, das spart Platz und Kosten. Am Ende dieses Beitrages findest Du noch einige Links, die zu Webseiten mit Werkzeugen und Produkten für die Selbstversorgung führen. Je mehr wichtige Gegenstände, Du selber produzierst, desto unabhängiger bist Du von der Ware anderer Leute. Teller, Tassen, Besteck und Möbel, kannst Du dir mit dem richtigen Werkzeug und aus natürlichen Materialien wie Holz, Lehm und Gestein einfach selbst bauen. Wenn Du als Selbstversorger deine benötigten Güter größtenteils selbst produzieren möchtest, dann musst Du dich in folgenden Bereichen definitiv auskennen:

  • Kleiderherstellung
  • Möbelherstellung
  • Herstellung von Küchenutensilien
  • Hausbau
  • Wasserversorgung
  • Stromversorgung
  • Herstellung von Hygieneartikel
  • Beheizung
  • Beleuchtung
  • Landwirtschaft / Nahrungsmittelproduktion
  • Medizin / Gesundheit

Im Idealfall, beschaffst Du dir ein dickes Notizbuch, dass Du immer mit dabei hast und wo Du dein gesamtes Wissen aufgeschrieben hast. Anleitungen um die genannten Dinge produzieren zu können, findest Du im Internet mehr als genug; ich werde am Ende dieser Seite ebenfalls einige Bücher verlinken, die aufzeigen, wie man wichtige Gegenstände des Alltags selber produziert. Wenn Du bestimmte Güter selber produzieren kannst, dann kannst Du überproduzierte Ware sogar verkaufen, sofern die Qualität stimmt. Mit dem Geld, kannst Du dir dann Güter besorgen, die Du selbst nicht herstellen kannst.

Die Nahrungsmittelproduktion ist eine Möglichkeit um ein sicheres Einkommen zu generieren, denn Lebensmittel gehören zu den wichtigsten Güter des Lebens und solange es Menschen gibt, wird es auch immer Bedarf für Nahrungsmittel geben. Darum ist diese Marktnische besonders lukrativ und sicher. Wenn Du so ein Vorhaben zuvor noch nie gestartet hast, dann wird es insbesondere am Anfang, eine massive Lernkurve werden, aber genau dafür sind wir hier auf diesen Planeten da: Um zu lernen und zu wachsen.


Kosten für die Selbstversorgung

Um dein Leben als Selbstversorger zu starten, brauchst Du gewisse Materialien, die in unserer kapitalistischen Gesellschaft selbstverständlich Geld kosten. Das Thema Geld ist somit die größte Hürde, wenn man ein Leben als Selbstversorger starten möchte. Doch es ist nicht allzu schwer. Die meisten Kosten werden für das Grundstück und der Behausung anfallen. Rechne mit mindestens etwa 15.000 – 25.000 Euro Startkapital. Mit etwas Glück findest Du im ländlichen Raum Deutschlands, kleinere Grundstücke in der Größe von 200 – 500 m² für 5.000 – 10.000 Euro. Wenn Du ein Tiny House mit gebrauchten Materialien selbst baust, wirst Du bereits mit 15.000 Euro (oder weniger) gut dabei sein. Alternativ kannst Du auch einfach eine Jurte bauen die abhängig von Größe und Ausstattung in der Regel für unter 5000 – 15.000 Euro kostet, sofern Du auch viele upgecycelte Materialien verwendest.

Wenn das Grundstück auf dem Du deine Selbstversorgung startest, dir selbst gehört, wirst Du aus rechtlicher Sicht das geringste Risiko haben. Gute Grundstücke in Deutschland, kann man über die Seite immobilienscout24.de finden. Alternativ, kannst Du schon für kleines Geld, dir einfach monatlich ein Stück Fläche pachten. Es gibt beispielsweise Landwirte in Deutschland, die nicht ihr gesamtes Grundstück bewirtschaften, weil es ihnen entweder an Zeit oder Mittel mangelt, oder weil die Fläche für die industrielle Landwirtschaft ungeeignet ist. Diese Leute werden dann froh sein, wenn sie es an jemanden für 200 Euro im Monat vermieten können und so wenigstens noch etwas Geld einnehmen. Ein Video aus Youtube, zeigt sehr eindrucksvoll, wie man so ein Vorhaben realisieren kann:

Leben in einer Jurte als Selbstversorger

Die Nachfolgekosten sind am Ende deutlich geringer, als bei einem konventionellen Lebensstil, insbesondere wenn Du auf Luxus, wie ein eigenes Auto, regelmäßiges Verreisen und nächtliches Ausgehen verzichtest. Wenn Du es ganz innovativ machen möchtest und dabei auf Technologien wie Solarzellen und Windräder setzen möchtest, dann habe ich hier noch ein Video gefunden, wie ein Mann in Deutschland sich ein autarkes Minihaus zusammengebastelt hat (fast ausschließlich mit nachhaltigen Materialien aus der Region):

Autarkes Häuschen mit eigenem Wasserkreislauf

Geschäftsideen für Selbstversorger

Selbstverständlich muss man auch realistisch bleiben und dabei bedenken, dass man als Selbstversorger nicht alles selbst produzieren kann. Wie einfach ist es beispielsweise, sich ein Laptop, eine Kamera oder ein anderes technisches Gerät von Hand selber zu bauen? Neben dem nötigen Verständnis, dem handwerklichen Geschick und der Materialien, braucht man zudem die richtigen Werkzeuge um einen bestimmten Gegenstand produzieren zu können. Genügend Zeit und Energie wird man dafür ebenfalls benötigen und insbesondere als Selbstversorger wird man seehr beschäftigt sein. In diesem Fall ist es durchaus sinnvoll, sich auf bestimmte Bereiche in der Produktion bestimmter Güter zu spezialisieren. Du kannst gut töpfern? Dann biete einen Töpferkurs über das Internet an oder verkaufe dein eigens hergestelltes Geschirr über das Internet. Wenn Du Werkzeuge und andere tolle Gegenstände aus Metall schmieden kannst, dann könntest Du beispielsweise einen Youtube-Channel erstellen und mit gut gemachten Videos, interessierten Leuten dein Handwerk näher bringen und dabei Geld von den Videos einnehmen, während Du damit über das Internet, mehr Leute auf deine Produkte aufmerksam machst. Dieses Modell kannst Du auf alle möglichen Fähigkeiten anwenden. Hier habe ich einige Geschäftsideen zusammengefasst, die man als Selbstversorger angehen könnte:

  • Schulungen für Gartenbau
  • Schulungen für ökologische Landwirtschaft
  • Schulungen für artgerechte Tierhaltung
  • Schulungen für Holzbearbeitung
  • Schulungen für den Bau nachhaltiger Häuser
  • Produktion und Verkauf von Bio-Lebensmittel
  • Produktion von alltäglichen Gegenständen des Bedarfs (Holzgegenstände, Möbel, Eisenwaren, Kleidung, Besteck, Teller, Töpfe und Tassen)
  • Online-Kurse anbieten in Richtung Selbstversorgung
  • Online Coachings jeglicher Art

Selbstversorgerleben: Argumente auf einem Blick

Warum könnte das Leben als Selbstversorger in Zukunft für viele Menschen von Bedeutung sein?

  • Sinkende Sicherheiten auf dem Arbeitsmarkt, wegen Konjunkturschwankungen, sowie der Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen
  • Vermeidung oder Minimierung von Armut, dank eigenverantwortliches leben und eigenständige Abdeckung des materiellen Bedarfs
  • Unabhängigkeit von einem Finanz- und Wirtschaftssystem, das hauptsächlich auf die Profitmaximierung ausgelegt ist und nicht jeden Menschen fair behandelt.
  • Nachhaltigerer Lebensstil im Einklang mit der Natur
  • Geringerer Ressourcenverbrauch und damit ein geringerer CO²-Fußabdruck
  • Kreislaufwirtschaft mit der Natur (nehmen und geben, anstatt immer nur zu nehmen)
  • Unabhängige Produktion und Versorgung von lebenswichtigen Gütern
  • Hochwertigere, natürliche und gesunde Lebensmittel anstatt chemisch belastete Massenware

Insbesondere der Punkt mit den Arbeitsplätzen ist meiner Meinung nach, das beste Argument, warum die Selbstversorgung in Zukunft für viele Menschen von hoher Bedeutung sein könnte. Man kann sich nie zu 100% darauf verlassen, dass immer für alle Menschen genügend Arbeit auf dem klassischen Arbeitsmarkt vorhanden sein wird. Egal wie viele Arbeitsplätze man schafft oder die Regierung versucht, die Armut zu bekämpfen, es wird in einem kapitalistischen Markt, immer einen gewissen Prozentsatz an Arbeitslose geben.

Der Markt unterliegt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage weil zahlreiche Unternehmen immer nach Wegen suchen um die Kosten zu minimieren. Von Kostenminimierung sind leider auch die Arbeitsplätze nicht verschont. Ganz ehrlich: Im Falle der Arbeitslosigkeit, verlasse ich mich ganz bestimmt nicht darauf, dass die Regierung oder irgendwelche rein profitorientierten Unternehmen, dieses Problem für mich lösen werden. Glaubst Du ernsthaft, dass die Politiker, all deine Probleme lösen werden oder wenn bestimmte Politiker an die Macht kommen, dann alles besser wird? Das wäre wohl der Witz des Jahres. Je mehr Eigenverantwortung man übernimmt und verantwortungsbewusst man handelt, desto leichter wird man es im Leben haben.

Wie wäre es, wenn Leute stattdessen ohne Gegenleistung ein Stück Land, etwas Werkzeuge und das nötige Wissen, von der Regierung bedingungslos zur Verfügung gestellt bekommen um sich ein eigenverantwortliches Leben als Selbstversorger aufzubauen, im Falle dass sie für den Arbeitsmarkt nicht infrage kommen? Das würde langfristig deutlich weniger kosten, als der ganze bürokratische Aufwand um diese Leute in eine Arbeit zu bringen, oder für die Kriminalitätsbekämpfung der Leute, die aus der Not heraus diese Taten überhaupt erst begehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Staat oder die Gesellschaft, diesen Leuten die nötigen Mittel zur Verfügung stellt und ihnen aufzeigt, wie sie in Freiheit und Unabhängigkeit für sich selbst sorgen können. Bildung, Wissen und die nötigen Ressourcen zur Umsetzung dieses Wissens, machen am Ende den Unterschied aus.

Diese Herangehensweise würde einiges deutlich erleichtern und wäre tausend mal besser, als wenn man einfach nichts tut und diese Leute ihrem Schicksal überlässt oder sie mit staatlichen Geldern füttert, ohne ihnen aber zu zeigen, wie sie sich langfristig etwas eigenes aufbauen. Wer ein Leben als Selbstversorger führt, ist zugleich Unternehmer. Als Selbstversorger muss man gut planen, braucht eine Menge Know How und die nötige Flexibilität um die Arbeit bestmöglich durchführen zu können und dadurch die besten Ergebnisse zu erzielen.


Bildung, Bildung, Bildung!

Umgesetztes Wissen ist Macht! Damit Du bei deinem Vorhaben nicht in blinden Aktionismus verfällst und zu viele Fehler machst, brauchst Du das richtige Fachwissen, die richtigen Fachleute, die dich über ein Leben als Selbstversorger aufklären und Du brauchst genügend Zeit und Geld um mit deinem Vorhaben erfolgreich zu werden. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und dementsprechend brauchen gute und große Projekte ihre Zeit, bis sie wahr werden. Du musst nicht alles auf einmal machen. Bitte überfordere dich nicht. Fange klein an und gehe in kleinen Schritten voran, so dass dir ein sanfter Übergang zu einem neuen, nachhaltigem Leben gelingt. Du bist nicht dazu gezwungen ins kalte Wasser zu springen. Nicht immer ist es einfach Leute zu finden, die einem bestimmtes Wissen vermitteln, doch Gott sei dank, leben wir heute im digitalen Bildungszeitalter, was bedeutet, dass man sich alle notwendigen Informationen auch anderweitig besorgen kann. Im folgenden präsentiere ich dir Links zu Büchern, die dir wertvolles Wissen zur Selbstversorgung vermitteln und über deren Links Du zum Produkt gelangst:

(Werbung*):

Das große Tiny House Buch, von Jörg Schröder


Einführung in die Welt der Permakultur


Basiswissen Selbstversorgung


Holzbootsbau von Curt W. Eichler


Möbelbau: Grundlagen, Konstruktion und Kniffe


Praxisbuch Holz: Techniken – Werkzeuge – Projekte


Töpfern wie ein Profi


Weben mit kleinem Rahmen


Schnitzen: Einfache Projekte Schritt für Schritt


Der Schmied am Amboß: Ein praktisches Lehrbuch für alle Schmiede


Messer machen wie die Profis


Ländliche Vorratshaltung



Ausstattung für die Selbstversorgung

(meine persönlichen Empfehlungen)

Komplettset 1×130 Watt Solarmodul 600 Watt

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Komplettset 2×130 Watt Solarmodul 1000 Watt Wandler

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Hobelbank A-1500

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Professionelles Meißel-Set für Holzschnitzerei

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Streichmaß [EG-1] Made in Germany

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Japan Pull Zugsäge mit kurzem Rattangriff

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Akku-Kettensäge 2x 18V

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Amboss 25KG für Schmiede

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Gas Schmiede mit einem DFP (80,000 BTU) Brenner

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Schmiedehammer Nordische Form mit Hickorystiel, 1500g

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Schmiedezange mit flachem Maul, 300 mm, Stahl, Schwarz

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Fazit:

Ein Leben als Selbstversorger ist bei weitem nicht so komfortabel wie ein Leben in einer modernen Stadt. Allzu schwierig ist es jedoch auch nicht. Am Anfang wird man definitiv etwas Übung brauchen und auf Herausforderungen stoßen. Wie bei allem, gibt es hier Vor- und Nachteile, doch der ausschlaggebendste Vorteil ist definitiv die Unabhängigkeit von einem öffentlichen System und die langfristig günstigeren Kosten. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er oder sie, diesen Schritt wagen möchte. Oft reicht es auch schon aus, zum Minimalisten zu werden und einfach weniger zu konsumieren. Das ist ebenso nachhaltig und es macht einen ein Stück weit vom Geld und Konsum unabhängiger, als bei jemanden, der viel besitzt, in einer großen Wohnung in der Stadt wohnt und unzählige Rechnungen abbezahlen muss. Nachhaltiger ist so ein Leben obendrauf und gerade für Andersdenkende allemal ein Versuch wert.