Hand aufs Herz: Dient dir dein Verstand oder lässt Du dich von ihm versklaven? Kontrollierst Du deine Gedanken, oder kontrollieren deine Gedanken dich? Hast Du dein Denken im Griff, oder tut das jemand anderes? Falls ja, dann ist das nichts neues: Die allermeisten Menschen da draußen lassen sich von ihren eigenen Gedanken und Emotionen kontrollieren. Sie lassen sich von ihrem eigenen Verstand versklaven, ihr Verstand ist ihr Meister, dabei sollte es eigentlich umgekehrt sein. Wenn das auch auf dich zutrifft und Du zum Meister deines Verstandes werden möchtest, dann könnten die folgenden Abschnitte für dich interessant sein.

Nimm deinen Verstand für nicht zu wichtig

Stelle dir vor Du hast einen treuen Diener, der dir alle Wünsche von den Lippen abliest und für dich alles tut, was Du verlangst. Das wäre sicherlich sehr praktisch, oder? Dieser Diener hätte für dich wahrscheinlich eine bestimmte Wichtigkeit, aber er wäre wahrscheinlich nicht das wichtigste in deinem Leben, weil ich davon ausgehe, dass Du auch andere Dinge zu tun hast und nebenbei dein Leben genießen möchtest. Das gleiche gilt für deinen Verstand. Er kann dein treuer Diener sein, doch das bedeutet nicht, dass er das wichtigste in deinem Leben ist. Ich empfehle dir, dein Gehirn als wichtig anzunehmen, aber nicht für zu wichtig. Nicht selten kommt es vor, dass Leute ihren Verstand überschätzen und bestimmte Themen über analysieren. Sie nehmen jeden Gedanken für bare Münze und glauben, sie hätten auf alles die eine Lösung gefunden, auch wenn der Verstand manchmal nur Blödsinn redet. Es kommt nicht selten vor, dass jeder von uns mal mehr oder weniger völlig unsinnige Dinge denkt, die am Ende unnötig Energie kosten. Auch der menschliche Verstand, so nützlich er sein mag, ist nicht perfekt und anfällig für Denkfehler und Missinterpretationen. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Menschen dank des Internets, täglich einer Informationsflut ausgesetzt sind, kann das für den Verstand schnell Verwirrung stiften. Wenn Du deinen Verstand als nützlichen Diener nutzen willst, dann gilt es, alle Gedankengänge auszuschalten, die dich in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen da draußen, zu viel denken und dann gibt es jene, die zu wenig denken und dadurch sich selbst das Leben schwer machen. Ich empfehle eine gesunde Balance zwischen Denken und Nichtdenken. Häufig setzt man den Verstand auch mit dem Ego gleich. Wie auch immer man es definieren mag, es ist damit dein Gehirn und die Wahrnehmung gemeint. Deine Sinne nehmen Einflüsse der Umwelt wahr und die Synapsen in deinem Denkorgan verarbeiten diese Einflüsse. Dabei werden die Informationen interpretiert, mal falsch, mal richtig. So entsteht dein Bewusstsein und deine Wahrnehmung. Da jeder seine Erfahrungen unterschiedlich interpretieren kann, kommt es nicht selten vor, dass ein und selbe Erfahrung von zwei Menschen unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert wird. So kann etwas gut für den einen sein, was für den anderen schlecht ist. Alle Erfahrungen und alle Informationen, die Du im Laufe deines Lebens gesammelt hast, sind im Unterbewusstsein abgespeichert und spielen ebenfalls eine Rolle, wie Du deine Realität wahrnimmst. Du möchtest diese Kapazitäten so sinnvoll wie möglich nutzen. Dein Verstand soll dabei als nützliches Werkzeug dienen, nicht mehr und nicht weniger. Mit diesem Wissen sollte nun klar sein, dass man nicht alles was man denkt, für zu wichtig nehmen sollte, da die Gedanken auch auf Fehler beruhen können. Hinterfrage somit auch regelmäßig was Du denkst, bzw. reflektiere deine Gedanken. Nicht selten wird es vorkommen, dass man völligen Humbug gedacht hat.

Dein Verstand ist limitiert, wähle deine Themengebiete weise

Wie viele Menschen würden gerne alles wissen und alles erfahren, was es zu erfahren gibt? Bist Du einer dieser Leute, die wissbegierig sind und niemals genug lernen, sehen und wahrnehmen können? Es gibt so viele Dinge da draußen, die man lernen kann und so viele ungelüftete Geheimnisse des Universums, die man gerne erfahren möchte, doch lass mich dir die ernüchternde Nachricht überbringen: Dein Verstand ist limitiert und wird niemals alles davon verstehen oder erfassen können. Wenn Du dir das Universum in seiner unvorstellbaren Größe und Fülle vorstellst, kannst Du dir dann wirklich alles davon bis ins kleinste Detail vorstellen? Höchstens wirst Du nur einige Bruchstücke erfassen können, aber niemals das gesamte Puzzle in all seinen Details. Das menschliche Gehirn ist (leider) nicht darauf ausgelegt, alles Wissen dieser und anderer Welten abzuspeichern. Es ist auf Effizienz ausgerichtet, was einen evolutionären Hintergrund hat: Menschen waren vor noch 10.000 Jahren Jäger uns Sammler und nutzten ihren Verstand hauptsächlich um zu überleben und sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Sie nutzten ihre Hirnkapazitäten um sich Jagdrouten, Futterorte ihre Beute oder Plätze mit Sträucher wo die meisten Beeren und Früchte wachsen, zu merken. Das hat ihnen das Überleben gesichert. Der Verstand diente ihnen als nützliches Werkzeug um leichter zu überleben und bis heute hat sich an diesem Prinzip nicht viel geändert. Erst seit kurzem ermöglicht uns die Technologie einen Zugriff auf eine gigantische Menge an Informationen, was für das Gehirn noch schwer zu erfassen ist. Gut möglich, dass die nachfolgenden Generationen sich auf diese Zustände noch anpassen werden, doch bei den gegenwärtigen Generationen, sind da schnell Grenzen erreicht. Nutze deine Themengebiete, die dich interessieren deshalb weise. Jeder von uns ist in einer gewissen Weise wissbegierig und möchte neue Dinge ausprobieren und dazulernen. Auch ich würde so viele Dinge am liebsten an einem Tag ausprobieren und lernen, doch meine Kapazitäten sind begrenzt. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Deshalb empfehle ich: Eins nach dem anderen. Übertreibe es nicht. Wähle dir die Materie, die dich interessiert, weise aus und studiere es ausreichend. Überflute deinen Verstand nicht mit unzähligen Informationen, von denen er sich das meiste wahrscheinlich ohnehin nicht merken wird. Wenn Du dein Fach abgeschlossen hast und etwas neues lernen willst, dann kannst Du auf das nächste Thema übergehen, dass dich interessiert. Wenn Du deinen Verstand täglich mit unzähligen Informationen befüllst, die allesamt für dich irrelevant sind, dann wirst Du weniger Platz haben, für Dinge die dir wirklich wichtig sind.

Meditation auf Leere

Aufgrund des Alltagsstress und der zahlreichen äußeren Reize, mit denen man als aktiver Mensch täglich bombardiert wird, kommt es häufig vor, dass der Verstand ständig am Grübeln ist, ständig nach irgendwelchen Lösungen sucht, ständig Antworten auf bestimmte Fragen sucht. Du kannst dir deinen Verstand wie eine Art Computer oder eine Suchmaschine vorstellen, die ständig nach Lösungen für bestimmte Probleme sucht. Das ist durchaus normal und für das alltägliche Leben sehr dienlich. Doch irgendwann, kann das ständige Nachdenken über unzählige Themen eine Belastung darstellen und einen runterziehen. Eine nützliche Praktik, die sehr nützlich ist um einen klaren Verstand und einen klaren Fokus zu bekommen, ist die Meditation auf Leere. Merke dir: Ein klarer und ruhiger Verstand, ist ein gesunder Verstand. Bei einem hyperaktiven und unruhigen Verstand, ist vom sogenannten Monkey Mind die Rede, diesen Zustand möchtest Du für deine psychische Gesundheit vermeiden, da es langfristig Stress verursacht und Stress macht wiederum krank.

Für die Meditation auf Leere brauchst nichts weiter als einen ruhigen Ort und ein Kissen zum Hinsetzen. Setze dich im Schneidersitz oder im bekannten Lotussitz auf das Meditationskissen aufrecht hin. Alternativ kannst Du ein Stuhl nehmen, auf dem Du dich aufrecht und mit beiden Füßen auf dem Boden hinsetzt. Schließe jetzt deine Augen und atme tief für 4 Sekunden ein und 4 Sekunden wieder aus. Behalte diesen Rhythmus während der ganzen Meditation bei. Stelle dir dabei nichts vor. Betrachte die Leere, das Schwarz was Du mit deinen geschlossenen Augen wahrnimmst. Denke dabei an nichts und versuche diesen Zustand als Anfänger für mindestens 5 Minuten und als Fortgeschrittener für mindestens 25 Minuten zu halten. Sobald ein Gedanke bzw. irgendeine Vorstellung aufkommt, dann lasse es ohne es zu beurteilen einfach ruhig und liebevoll wieder gehen und konzentriere dich wieder auf die Leere. Ziel dieser Meditationsübung ist es den Kopf frei vom Gedankenkarussell zu bekommen und dadurch wieder mehr Ruhe, inneren Frieden und Gelassenheit zu erlangen. Du bist dabei der- oder diejenige, der die volle Kontrolle über deinen Verstand und deine Gedankengänge hat, nicht umgekehrt. Praktiziere diese Übungen regelmäßig, wann immer Du es für sinnvoll erachtest und zwinge dich dabei zu nichts, was Du nicht machen willst. Bekanntlich macht Übung den Meister, je öfter Du es also ausführst, desto besser wirst Du darin.

Fazit

Der menschliche Verstand kann ein nützliches, mächtiges Werkzeug sein, das einem das Leben erleichtern kann. Wer sich die richtigen Fragen stellt, wird es im Leben leichter haben als andere, die ihre Gedanken und Emotionen nicht unter Kontrolle haben. Die Qualität deiner Gedanken, bestimmt die Qualität deines Lebens und bekanntlich erschaffen deine Gedanken deine Realität. Ich hoffe dir ist jetzt klar, wie enorm wichtig es ist, genau darauf zu achten, was Du täglich denkst und dir vorstellst. Leider ist da draußen fast niemand da, der einem aufzeigt, wie man dieses mächtige Werkzeug sinnvoll nutzt. Deshalb wissen viele Leute nicht, wie sie ihren Verstand als nützlichen Diener einsetzen und so lassen sich viele entweder von ihm versklaven oder sie vernachlässigen ihn. Ich wollte mit diesem Beitrag den Unterschied ausmachen und zeigen wie es anders geht. Es ist nicht notwendig, den Verstand ständig hoch intellektuell gebrauchen zu müssen, in der Praxis kann einem das zum Verhängnis werden und das eigene Leben beschweren. Viel wichtiger ist es, den eigenen Verstand sinnvoll für Lösungen auf reale Probleme einzusetzen, jedoch nur dann, wenn es nötig ist. Niemand braucht ein Superhirn zu werden und jahrelanges hartes Training zu betreiben um den eigenen Verstand effektiv zu nutzen. Regelmäßige Meditation, ausreichend Sport und Ruhe reichen dafür bereits aus.