Regelmäßig beim Besuch bekannter Webseiten, darunter YouTube, frage ich mich, wie bestimmte Videos mit fragwürdigen, sittenwidrigen Inhalten so viele Aufrufe bekommen. Vielleicht kennst du es auch: Du bist im Internet unterwegs und findest wieder so ein Video, wo irgendein belangloses Zeug gezeigt wird und dennoch generiert es Millionen von Aufrufen. Es sind Inhalte, bei denen man sich ernsthaft fragt, wie so viele Internetnutzer sich das freiwillig ansehen, während wirklich bereichernde Inhalte vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wie kann das sein? Wie erklärt es sich, dass jener medialer Müll im Internet so viel Aufmerksamkeit bekommt und wirklich gute Inhalte vergleichsweise wenig? Sind die Mehrheit der Menschen wirklich so dumm und schräg drauf?

Lange konnte ich mir diese Frage nicht beantworten und fand mich mit dem Gedanken ab, dass wir eben in einer kranken Welt leben, in der zahlreiche Leute nach solchen Mist verlangen. Das ging so lange weiter, bis mir mit der Zeit immer mehr klar wurde, dass man so gut wie nichts da draußen wirklich trauen kann. „Nichts ist wie es scheint“, sagte mal ein kluger Mensch. Das gilt insbesondere für das Internet. Machen wir uns nichts vor, wir leben in einer Welt voller Lügen und Illusionen und es gibt Mächte, die daran interessiert sind, uns in dieser Welt des allgemeinen Betrugs festzuhalten.

Neu ist das nicht, jedoch erst mit den technischen Möglichkeiten der Digitalisierung, erreichte dieses Thema eine völlig neue Dimension.

Alles nur Fake?

In diesem Kontext soll hier eine länger bekannte Verschwörungstheorie aufgegriffen werden, die durch den Internetnutzer IlluminatiPirate bekannt wurde und nun in zahlreichen Foren breitflächig an Auffahrt gewinnt. Die Dead-Internet-Theory, zu Deutsch „Totes-Internet-Theorie“ ist eine weit bekannte Verschwörungstheorie, die im Zuge des heutigen Informationskrieges gar nicht mal so realitätsfern erscheint. Sie besagt, dass das alte Internet, welches noch mit echten Internetnutzern erfüllt war, vor einigen Jahren (etwa ab 2017) bereits gestorben ist. In der Theorie des toten Internets wird angenommen, dass das Internet nur noch größtenteils von künstlicher Intelligenz besetzt ist, die im Rahmen einer politischen Agenda, sowie wirtschaftlicher Interessen die Internetnutzer manipuliert und sie „auf Linie“ bringt. All das dient dazu, dass alle Menschen von Regierungen und einigen Großkonzernen psychologisch kontrolliert werden. In einem Forenbeitrag beschreibt IlluminatiPirate über seine persönlichen Erfahrungen, wie er auf diese Theorie gekommen ist. Dort erzählt er unter anderem, wie zahlreiche weit genutzte Foren Anfang bis Mitte der 2000er-Jahre nach und nach auf unerklärliche Weise und ohne Vorwarnung einfach verschwanden und wie kurze Zeit später andere Plattformen wie Facebook online gingen; als stecke eine geplante Absicht dahinter. Er erzählt dort zudem von Vorfällen, wie Beiträge mit kontroversen Perspektiven einfach von den Suchergebnissen bei Google nicht mehr aufzufinden waren und wie einige Nutzer von Online-Foren entweder verschwanden oder in einem Post mit bizarren Kommentaren überrollt wurden. Diese Kommentare sahen nicht danach aus, als seien sie von einem Menschen geschrieben. Er beschreibt zudem, wie das Internet über die letzten Jahre immer „steriler“ wurde, weil dort vermehrt gleiche, eintönige Inhalte publiziert werden, die nicht den Anschein erwecken, als seien sie von einem Menschen geschrieben worden; als fehle ihnen eine Seele. Auch beschreibt er, wie er im Internet zunehmend Muster erkennen konnte, darunter immer die gleichen Posts, die über Jahre hinweg immer wieder veröffentlicht wurden.

Auch in dieser Theorie steckt ein dicker Kern Wahrheit

Wird das Internet bereits von einer K.I. kontrolliert? Ist der Großteil des Internets eigentlich schon tot, weil auf den sozialen Plattformen menschliche Nutzer die geringe Minderheit sind? Egal wie unsinnig eine Verschwörungstheorie zunächst erscheinen mag, in jeder „wilden“ Theorie steckt auch immer ein wahrer Kern. Ja es gibt sie noch, die echten Nutzer wie dich und mich, die im Internet surfen, um bestimmte Informationen zu finden. Doch das garantiert nicht, dass das Internet frei von Bots und automatisierten Algorithmen ist, die uns jeden Tag täuschen, manipulieren und blenden wollen. Wahrscheinlich haben diese Bots und Algorithmen aber noch nicht das ganze Internet erobert, weil du sonst höchstwahrscheinlich jetzt nicht diesen Artikel lesen würdest. Fassen wir zusammen, welche technischen Möglichkeiten bereits heute real sind, die die Dead-Internet-Theorie stützen:

Die Frage ist somit nicht, ob K. I.s nicht ihre Finger bereits im Spiel haben oder nicht, sondern wie viel Anteil des Internets beherrscht noch der Mensch und wie viel wird bereits von künstlicher Intelligenz kontrolliert? Wie kann man sich sicher sein, dass in den Foren und großen Social-Media-Plattformen hinter all den Profilbildern und Kommentaren von unbekannten Personen sich keine K. I. befindet? Viele Leute chatten mit irgendwelchen Profilen über weite Distanzen hinweg. Was wäre, wenn sich auf einmal herausstellt, dass diese Profile keine echten Menschen sind, sondern nur Bots, die einen menschlichen Nutzer sehr gut imitieren können? Oder wenn sich eine K. I. in ein echtes Profil hackt und darunter dann Nachrichten verbreitet? Was wäre, wenn der Chatpartner aus dem Videogespräch, den man zuvor noch nie im echten Leben getroffen hat, in Wahrheit nur ein Deepfake ist? Kennst du diese Michael-Jackson-Konzerte, die nicht mit einem echten Michael Jackson stattfinden (weil der echte bereits tot ist), sondern nur mit einem täuschend echt aussehenden Hologramm von ihm? Wer sagt, dass das nicht auch für viele andere Bereiche angewendet werden kann, gerade wenn es um digitale Medien geht? Vielleicht ist ja der eine Influencer, den man nie persönlich gesehen hatte, ja auch nur eine künstlich erschaffene Figur? Oder der Politiker, der im Fernseher seine Rede hält? Das wäre in der Tat eine gruselige Vorstellung.

All die Dinge, die das technologisch möglich machen, gibt es bereits. Mittlerweile haben sich daraus ganze Industrien gebildet oder was glaubst du, wie unbekannte Influencer auf YouTube oder Instagram binnen kürzester Zeit eine so hohe Reichweite aufbauen können? Sicherlich nicht durch ihren meist rein oberflächlichen Content. Ich habe zahlreiche Artikel gelesen und Videos gesehen, die um Meilen interessanter und bereichernder sind, als das belanglose Geplapper hochbekannter Promis und Talkshow-Moderatoren.

Dennoch bekamen die wirklich interessanten Inhalte oft weniger Aufmerksamkeit, als die unwichtigen Inhalte. Doch ich möchte mich da nicht zu sehr reinsteigern, vielleicht interessieren sich wirklich so viele Leute für diesen Unsinn. Wer weiß, wie viele verborgene Schätze im Internet noch schlummern, die von den Massen niemals gefunden werden, weil sie von dem zahlreichen Mainstream-Bullshit überschwemmt werden. Vielleicht ist auch genau das so gewollt, damit die Nutzer niemals wirklich bereichernde und aufschlussreiche Inhalte finden können, insbesondere wenn diese nicht einem gewünschten Narrativ entsprechen.

Mit diesem Wissen kommt eine neue Frage auf: Wie viel von dem, was wir heutzutage im Internet noch sehen, ist noch echt und authentisch? Wie kann ich mir sicher sein, dass mein unbekannter Chatpartner mit seinem Profilbild auch wirklich ein Mensch ist oder dass ein Video tatsächlich so viele oder so wenige Klicks bekommen hat? Man muss wirklich kein Genie sein, um zu erkennen, dass diese Reichweiten mit Leichtigkeit künstlich manipuliert werden können und dass dem gegenüberstehend ein gegenteiliger Effekt entstehen kann, wenn bestimmte unerwünschte Inhalte nicht zu viel Aufmerksamkeit bekommen sollen.

Nichtsdestotrotz kann man auch diese Inhalte finden, wenn man weiß wie man richtig sucht. Das beschreibe ich unter anderem in meinem kostenlosen Leitfaden für mehr Medienkompetenz.

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Wenn man in Zeiten universeller Täuschung nach relevanten und wertvollen Informationen sucht, dann gleicht dieses Bestreben einer schwierigen Schatzsuche. Doch es gibt sie, die Goldnuggets der Informationen. Man muss sie lediglich nur finden können. Um sich die Suche zu erleichtern, muss man sich bewusst machen, dass ein großer Teil des Internets höchstwahrscheinlich ein Fake ist und nicht dazu bestimmt ist, die Internetnutzer über ein Thema umfassend und wahrheitsnah aufzuklären. Das merkt man vor allem, wenn man sich zahlreiche sogenannte Faktenchecker-Webseiten ansieht, die angeblich wilde Verschwörungstheorien mit vermeintlichen Fakten widerlegen möchten oder schlicht das bewusste Vorenthalten unerwünschter Informationen, wie es in der Corona-Pandemie mit der Zensur von kritischen Informationen reichlich betrieben wurde.

Das Internet ist bereits auf andere Weise tot

Das Internet ist auch wegen einer anderen Sache bereits seit Jahren gestorben. Viele Nutzer mögen vielleicht im Internet regelmäßig aktiv sein, jedoch verhalten sie sich selber wie ferngesteuerte Bots. Auch Menschen können immer wieder denselben Content posten, immer wieder dieselben Ideologien propagieren und auf ihre Inhalte gekaufte Likes und Abonnenten schicken. Das ist längst keine Verschwörungstheorie mehr, sondern wird aktiv im Rahmen wirtschaftlicher Interessen betrieben. Ebenso hat sich der Journalismus verändert und das, insbesondere im Internet. Wenn man sich den heutigen Journalismus ansieht, dann kann in den meisten journalistischen Artikel nicht mehr von echtem Journalismus die Rede sein. Echte journalistische Artikel leben von Meinungsvielfalt, von kritischem Denken, Investigation und sie sind ohne Ideologie. Dazu gehört, dass man ebenfalls unbequeme Themen anspricht.

Solche Artikel, geschrieben von echten hochkarätigen Journalisten, wurden zunehmend seltener. Wenn das Internet nicht bereits tot ist, dann ist es zumindest der echte Journalismus. Durch die Corona-Krise mit ihrer sehr einseitigen Berichterstattung, der einseitigen Auswahl von Experten in öffentlichen Debatten, die aggressive Zensur von kritischen Inhalten gegenüber dem gängigen Narrativ, sowie die sich ständig wiederholende Angstpropaganda, wurde dem seriösen, investigativen Journalismus der endgültige Todesstoß verpasst. Zwar gibt es noch sterbende Überreste, diese haben aber aufgrund der massiven Einschränkungen in der Öffentlichkeit kaum noch Wirkkraft.

Journalisten von heute, wenn man sie noch so nennen kann, betreiben hauptsächlich Haltungsjournalismus und meinen andere mit ihren fanatisch krankhaften Ideologien (Genderideologie, Klimawandel-Fanatismus, Gesundheitsschutz um jeden Preis, Solidarität über alles) erziehen zu müssen. Oft bekommen sie von ihrem Geldgeber genau gesagt, was sie schreiben sollen, bzw. nicht schreiben sollen. Das Ergebnis davon kann man dann höchstens als Meinungsmache und Propaganda bezeichnen, nicht jedoch als freien Journalismus, der für eine lebendige Demokratie nötig wäre.

Wenn man zusätzlich bedenkt, dass es bereits Software mit K.I. gibt, die von alleine verblüffend echt aussehende Artikel verfassen kann, dann wird der Beruf des Journalisten in Zukunft wahrscheinlich weiter in die Abschaffung getrieben und damit die Lebendigkeit des Internets.

Ein Artikel wird dann nur noch verfasst, indem irgendein wahnsinnig reicher Besitzer eines Zeitungsverlags (der vielleicht selbst kein Mensch mehr ist) ein paar Parameter in einem Computerprogramm einstellt, welche dann automatisch bestimmen, wie der Text geschrieben werden soll und welche Themen dort überhaupt angesprochen werden und welche nicht.

Klingt das alles verrückt? Dann recherchiere und schaue selbst. Zunehmend findet man in Supermärkten und den großen Fastfood-Restaurants diese Selbstbedienerkassen und schon seit Jahren fallen Jobs in verschiedensten Branchen weg, weil eine Software diese Arbeiten schneller, besser und vor allem günstiger machen kann. Man denke dabei an die Finanzbranche und jetzt auch noch den Personenverkehr, wenn die selbstfahrenden Autos breitflächig genutzt werden. Länder wie Deutschland hängen da noch hinterher, aber Länder wie die USA, wo übrigens auch das Silicon Valley sitzt, sind bereits voll auf diesen Zug aufgesprungen. Im Prinzip soll die menschliche Arbeitskraft im Rahmen einer technokratischen Agenda nach und nach abgeschafft werden, was auch „als Industrie 4.0“ bekannt ist. Das ist schon seit Anfang der 2000er im vollen Gange, andernfalls hätten wir hinsichtlich des Internets nicht diese dramatischen Veränderungen erlebt.

Damit soll aber auch der Mensch als ganzes abgeschafft werden (die Allgemeinheit könne ja sonst von der Automatisierung profitieren), sofern sich die letzten überlebenden Menschen nicht freiwillig als Cyborg-Sklaven zur Verfügung stellen, die dann über Elon Musks Gehirnchip ihren kriminellen Eliten dienen dürfen, welche übrigens die einzigen sind, die von dieser „schönen neuen Welt“ wirklich etwas haben. Das Wort Haben ist in diesem Kontext zweideutig zu verstehen. Im Best-Case-Szenario würde dann die investigative Berichterstattung eine Renaissance erleben, weil es sonst niemanden mehr gibt, der noch hochkarätigen Journalismus betreibt. Das klingt jetzt vielleicht nach einer wilden Spekulation, doch wenn man sich mit den aktuellen Entwicklungen etwas genauer befasst, dann findet man bereits viele Bestätigungen, die dieses Bild stützen.

Die Leitmedien während der Coronakrise mit ihrer immer wiederkehrenden Angstpropaganda, mit den immer gleichen Botschaften und die umfangreiche Zensur und Löschung unerwünschter Inhalte, die nicht der Linie des Narratives entsprechen, wäre nur eines von vielen Beispielen. Ebenso gibt es erwiesenermaßen zahlreiche Fake-Accounts und programmierte Algorithmen, die massenhaft bestimmte Botschaften mit ständiger Wiederholung posten oder sogar mit echten Nutzer chatten, während unerwünschte Informationen erst gar nicht in den Suchergebnissen einer Suchmaschine angezeigt werden. Das ist längst kein Science Fiction mehr oder bloß eine wilde „Verschwörungstheorie“, sondern mittlerweile bittere Realität. Wenn du es nicht wahrhaben willst, dann recherchiere. Interessant ist auch, dass ausgerechnet die Produzenten der Angstpropaganda dasselbe sagten, wenn es um alternative (faktenbasierte) Informationen über das Coronavirus ging. Man kann dieses Spiel somit in alle Richtungen betreiben.

Wie es auch kommen mag, wenigstens kann ich versichern; dieser Text hier wurde (noch) von einem echten Menschen verfasst, nicht von einem Bot. Doch wann kommt der Tag, an dem fremde Inhalte von Bots geschrieben werden und auf fremde Blogs gepostet werden, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben? Wir müssen uns mit der Idee abfinden, dass diese Welt voller Lügen ist. Sehr viel, von dem, was man da draußen zu sehen bekommt, ist nicht echt, auch wenn es nicht immer sofort auffällt.

Das gilt insbesondere für das Internet; egal ob das von echten Nutzern mit einer Agenda oder von einer programmierten künstlichen Intelligenz verursacht wurde. Mit den meisten der heutigen Inhalte kann man in vielen Fällen nicht mehr sagen, dass das Internet noch für seinen ursprünglichen Zweck, nämlich der Beschaffung und dem Austausch von relevanten, wahrheitsnahen Informationen genutzt wird. Mittlerweile wurde auch das Internet von einflussreichen Leuten als Propaganda-Maschine missbraucht. Man möge sich nur die Google-Suchergebnisse zum Thema „Impfnebenwirkungen bei der Corona-Schutzimpfung“ ansehen oder man denke an die vollständige Löschung eines bekannten Youtube-Kanals, wegen einer angeblichen medizinischen Falschinformation. Das beweist einmal mehr, wie enorm wichtig es in heutigen Zeiten geworden ist, dass wir wirklich alles hinterfragen, was uns vor die Füße geworfen wird. Es wird einem meist nur das gezeigt, was man sehen soll, nicht unbedingt das, was man sehen will. Deshalb ist das alte „lebendige Internet“ zumindest in großen Teilen tatsächlich bereits tot.