Plastik ist Fluch und Segen zugleich. Kunststoffe sind leicht, flexibel und halten lange. Das Wundermaterial wird hauptsächlich aus Rohöl hergestellt und findet neben der Nutzung als Verpackung von Lebensmittel unzählige weitere Verwendungsmöglichkeiten. Doch die Schattenseiten von Plastik sind Meeresverschmutzung, Mikroplastik, die umweltschädliche Produktion und viele Tonnen Plastikmüll, die von der Natur nicht abgebaut werden können und zum Großteil nicht recycelt werden. Eine saubere Umwelt die frei von Müll ist, ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Lebewesen auf diesem Planeten unverzichtbar. Während wir für bessere Recyclingquoten sorgen können, gibt es zudem viele Möglichkeiten unseren Plastikmüll auf ein Minimum zu reduzieren, beziehungsweise ihn zu vermeiden. Deshalb gibt es hier 35 Tipps, wie jeder weniger Plastikmüll reduzieren kann.

Glasflasche statt Plastikflasche verwenden

Jährlich entstehen alleine in Deutschland etwa 450.000 Tonnen Plastikmüll, verursacht durch Plastikflaschen. In Deutschland gibt es ein Pfandsystem, indem man für jede PET-Flasche 25 Cent Pfand bezahlen muss, die man wieder zurück bekommt, wenn man die leere Flaschen wieder am Pfandautomaten abgibt. Immerhin: Diese Flaschen werden größtenteils recycelt. Doch nur ein geringer Bruchteil davon, wird wieder zu neuen PET-Flaschen. Etwa 23% der Flaschen, werden zu Kunststofffasern, 22% zu Verpackungsfolie und 20% gehen ins Ausland. Der Rest landet in die Müllverbrennungsanlage oder ins Meer. Das Schreddern und Recyceln von Plastikflaschen kostet zudem viel Energie und Ressourcen. Wenn Du Mehrweg-Glasflaschen anstatt Plastikflaschen nutzt, leistest Du deinen Beitrag dazu, dass weniger Plastikmüll produziert wird.

Wasserfilter für die Filterung von leicht verunreinigtem Leitungswasser.

Du schonst zudem die planetaren Ressourcen, denn für die Produktion von Plastikflaschen wird Erdöl benötigt, das mit hohem Energieaufwand aus der Erde befördert wird. Wenn dir Glasflaschen zu schwer sind, dann kannst Du alternativ Mehrweg-Plastikflaschen nutzen. Im Idealfall kaufst Du kein Wasser in Plastik- oder Glasflaschen, sondern nutzt deine eigene Wasserflasche, die Du mit Leitungswasser befüllst. In Deutschland hat das Leitungswasser eine sehr gute Qualität (häufig besser als das Wasser aus PET-Flaschen). Wenn Du dir trotzdem nicht ganz sicher bist, dann kannst Du dir einfach einen Wasserfilter zulegen:

Der verursacht zwar wieder Plastikmüll, allerdings auf lange Sicht weniger als die regelmäßige Nutzung von Plastikflaschen.

Stofftüten und wiederverwendbare Obstnetze nutzen

In Deutschland werden die üblichen Plastiktüten, die man nach einmaligen Nutzen wieder weg wirft, kaum noch angeboten. Alternativ setzt man vermehrt auf Papiertüten aus recycelten Papier, sowie wiederverwendbare Einkaufstaschen aus robusterem Kunststofffasern. Wer nach langfristigen Möglichkeiten für den umweltschonenden Transport von Lebensmittel sucht, kann sich einfach einen Jutebeutel oder eine Stofftüte aus Hanf oder Baumwolle zulegen. Alternativ gibt es wiederverwendbare Obstnetze, die aus recycelten Kunststoff bestehen und eine wunderbare Alternative zu den üblichen Plastiktütchen anbieten. Wenn Du trotzdem nicht auf die Plastiktütchen verzichten kannst, weil Du vielleicht dein Obstnetz vergessen hast, dann kannst Du wenigstens diese, beispielsweise als Müllbeutel im Badezimmer weiter verwerten. Das ist immer noch besser, als die Tüte einfach im Restmüll zu entsorgen. Es mag schockierend klingen, doch ich empfehle nicht immer eine Stofftüte aus Baumwolle zu verwenden. Aus dem einfachen Grund weil für die Herstellung von Baumwolle sehr viel Wasser und für ihren Anbau viel Landfläche verbraucht wird. Deshalb macht es für die breite Bevölkerung tatsächlich mehr Sinn, vermehrt die wiederverwendbaren Tragetaschen aus dicken Kunststofffasern zu nutzen.

Brötchen, Fleisch und Käse in der Papiertüte verpacken lassen

Mittlerweile denken auch die Bäcker, Fleisch- und Käsetheken um und nutzen zur Verpackung ihrer Produkte vermehrt Papier. Wenn diese Möglichkeit besteht, dann nutze es. Jede Einwegtüte, die weniger verbraucht wird, ist ein Gewinn für Mensch und Umwelt. Wenn die Läden in deiner Stadt diese Möglichkeiten nicht anbieten, dann kannst Du einfach deine eigenen Papiertüten mitbringen oder Du bringst deine eigene Brotdose aus Metall mit und bittest den Verkäufer an der Theke, freundlich darum dir die Lebensmittel in deine eigenen Behältnisse zu füllen.

Lebensmittel in Glaskonserven kaufen und nutzen

So gut wie alle Lebensmittel, kann man auch im Glas konservieren und aufbewahren. Warum tun wir das dann nicht mit all unseren Lebensmittel? Ach ja: Weil Plastik günstiger ist. Der wahre Preis, denn wir für die Nutzung der billigen Verpackungsalternativen nutzen, sind die verschmutzten Weltmeere, sowie deren Reinigung. Ich denke, dieser Preis ist am Ende höher, als die ersparten Kosten für das Plastik. Manche argumentieren, dass der Transport von Glas energielastiger ist und ein höheres Risiko dafür besteht, dass sie kaputt gehen können. Technisch gesehen stimmt das zwar, doch man kann die Gläser aus dünnerem Glas herstellen und die Materialzusammensetzung so gestalten, dass die Gläser leichter und bruchsicherer sind. Glas-/Kunststoffmischungen gibt es schon lange und ich kann mir vorstellen, dass diese Technologie zur Aufbewahrung von Lebensmittel noch weiterentwickelt werden kann. Im Idealfall werden alle unsere Lebensmittel in wiederverwendbare Glas- und Kunststoffbehältnisse verpackt, die ebenfalls einem Pfandsystem zum Hersteller wieder zurückgeschickt und dort wiederverwendet werden. Mit so einem System entsteht erst gar nicht die Möglichkeit für Einweg-Plastikmüll.

In Unverpacktläden einkaufen gehen

Unverpacktläden werden in Deutschland zunehmend beliebter und sind eine starke Lösung um dem Plastikmüllproblem entgegenzuwirken. Viele dieser Läden verkaufen ausschließlich regionale Bioprodukte. Fast alle Produkte, die man in solchen Läden kaufen kann, sind frisch, frei von Plastikverpackungen und werden in Glasbehälter oder Metallboxen aufbewahrt. Die Kunden können dann anschließend ihre eigenen Behältnisse mitbringen und die Lebensmittel sich dort befüllen und abwiegen lassen. Manche Anbieter bieten ein Pfandleihsystem für Gläser und Metallbrotboxen an. Einziger Nachteil davon ist, dass die Produkte dort oft spürbar teurer sind, als die meisten Lebensmittel bei den konventionellen Supermärkten. Das liegt nicht nur an der hohen Bioqualität, sondern wahrscheinlich auch an den zusätzlichen Aufwand beim Verpacken. Der höhere Preis der Ware und die noch zu geringe Verfügbarkeit dieser Läden ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Hauptgrund, warum die meisten Leute auf Unverpacktläden verzichten. Dieses Geschäftsmodell könnte man mit der Zeit deutlich kostengünstiger anbieten, wenn man beispielsweise den Laden vergrößert, größere Mengen anbietet, mehr Filialen aufmacht und aufwendige Arbeitsschritte, wie das Befüllen der Behälter, automatisiert. Hier ein Vorgeschmack darauf, wie ein Unverpacktladen funktioniert:

Kurze Doku zu einem Unverpacktladen in Deutschland

Das sind die bekanntesten Unverpacktläden in ganz Deutschland (die Namen sind zur jeweiligen Webseite verlinkt):


Kosmetik und Pflegeprodukte ohne Kunststoff nutzen

Wimperntusche, Rusch, Deo, Feuchtigkeitscremes und andere Pflege- und Kosmetikprodukte lassen sich mit natürlichen Zutaten auch einfach selbst herstellen und in Gläsern abfüllen. Im Internet gibt es unzählige Anleitungen und Tutorials dafür.

Einwegplastik vermeiden und Alternativen nutzen

Im Jahr 2022 wird die Nutzung von Einwegplastik in Deutschland verboten. Dazu zählen Kunststoffteller, Plastikbesteck, Plastikbecher, Plastiktrinkhalme und Kaffeebecher. Vielleicht ist diese Regelung etwas radikal aber ein richtiger Schritt in Richtung Umweltschutz. Doch welche Alternativen gibt es? Soll man bei jedem Picknick echtes Geschirr und Besteck mitnehmen? Nun ja, das wäre zumindest ein Anfang. Für die Leute, die keine Lust auf Abwasch haben und nicht ihr schweres Geschirr selbst zum Grillen mit schleppen wollen, gibt es zum altbekannten Einweg-Plastikgeschirr immer noch eine Menge Alternativen. Nachhaltigen Ersatz für Plastikteller bieten Einwegteller aus Pappe, Bambus, Palmblätter, Zuckerrohr und Biokunststoff. Anstelle eines Einweg-Plastikbechers, kann man einen aus Bioplastik verwenden, der aus Maisstärke besteht. Als Ersatz für Plastiktrinkhalme, kann man Trinkhalme aus Edelstahl oder aus biologisch abbaubaren Plastik aus Stärkemehl verwenden. Statt Einweg- und Mehrwegflaschen, kann man sich einfach eine eigene Trinkflasche zulegen, die man unendlich Mal wiederverwenden kann. Wenn man auf das Sprudelwasser nicht verzichten möchte, dann lohnt sich auch die Anschaffung eines hauseigenen Wassersprudlers. Es gibt somit genügend Alternativen zu Einweg-Produkte.

Eis in der Waffel bestellen

Einfach aber effektiv. Das Eis an der Eisdiele gibt es auch mit Waffel, falls nicht, dann suche dir eine andere Eisdiele, die diese Möglichkeit anbietet. In der Regel bieten die meisten Eisdielen ihr Eis öfter in der Waffel als im Plastikbecher an. Die kleinen Plastik-Eisbecher mit Plastiklöffelchen; so schön und praktisch diese auch sein mögen, verursachen nur unnötigen Einwegmüll. Selbst das geliebte Spaghetti-Eis kann man in der extra großen Waffel genießen und dabei anstelle eines Plastiklöffels, einen aus Holz benutzen.

Waschmittel selber machen

Das Waschmittel selbst, trägt zwar nicht unbedingt zum Plastikmüllproblem bei, jedoch kommt es in einer Plastikverpackung die weggeworfen wird, wenn das Waschmittel ausgeht. Um das erneute Kaufen und Wegwerfen zusätzlicher Waschmittelverpackungen zu vermeiden, kannst Du günstig mit wenigen Hausmittel dein Waschmittel einfach selber machen. Hier ein einfaches Rezept dafür:

Zutaten:

  • 30 Gramm Kernseife
  • 4 Esslöffel Waschsoda
  • 20 Tropfen ätherisches Öl
  • Leerer Kanister aus vorherigem Waschmittel oder Glasflasche zum Befüllen
  • 1 Schneebesen
  • 1 Großen Topf
  • 1 Küchenreibe
  • 1 Pürierstaab

Schritt 1:

Kernseife mit Küchenraspel zerreiben.

Schritt 2:

2 Liter Wasser in den großen Topf geben und die zerriebene Kernseife hinzugeben.

Schritt 3:

Alles aufkochen, umrühren und für eine Zeit lang stehen lassen.

Schritt 4:

Wenn die Masse dickflüssig wird, das Ganze mit einem Pürierstab umrühren und das ätherische Öl einrühren

Schritt 5:

Alles in den Behälter füllen und schon hast Du einen umweltfreundlichen und supergünstigen Waschmittel selbst hergestellt. Viel Spaß beim Waschen!


Schonender Waschgang bei Synthetikwäsche

Der Schleudergang von Synthetikwäsche in der Waschmaschine sorgt dafür, dass sich mit der Zeit Mikroplastik von der Wäsche löst, was dann in den Abfluss gelangt und damit die Gewässer verunreinigt. Bei Kunstfaserwäsche gibt es unterschiedliche Typen von Mischgewebe. Die gängigsten Mischungen bestehen aus Polyester oder Elastan und Baumwolle. Besonders die Stoffe mit Mischgewebe verursachen beim Waschen am meisten Mikroplastik, weil sich dort die Fasern leichter lösen. Deshalb ist es bereits hilfreich die Temperatur zu reduzieren, denn je geringer die Waschtemperatur ausfällt, desto weniger Mikroplastik wird dort ausgeschwemmt. Zudem kann eine zu hohe Temperatur die Wäsche schädigen. 40 Grad Celsius sind für den Waschgang von Kunstfaserwäsche in der Regel ausreichend. Genauere Informationen über die optimale Waschtemperatur findest Du meist auf dem Etikett des Kleidungsstücks. Die Dauer des Waschgangs beeinflusst ebenfalls, wie viel Mikroplastik in den Abfluss gelangt. Die üblichen Waschgänge dauern in der Regel 2 Stunden. Ein Waschgang der lediglich nur etwa eine oder nur eine halbe Stunde andauert, reduziert die Menge des ausgespülten Mikroplastiks erheblich.

Auf Schuhe oder andere harte und schwere Kleidungsstücke, sollte beim Waschen von Synthetikwäsche verzichtet werden, weil die harte Sole des Schuhs beim Schleudern in der Waschtrommel, die Faser beschädigt, wodurch mehr Mikroplastik freigesetzt wird. Verzichte auch auf Weichspüler, denn dieser löst mehr Faser aus den synthetischen Textilien auf und spült dementsprechend mehr Mikroplastik in den Abfluss. Alternativ kannst Du Essig verwenden, falls Du auf weiche Kuschelwäsche nicht verzichten möchtest. Ich empfehle dir, die Waschmaschine gut zu füllen und die Schleuderzahl und den Wasserstand zu reduzieren. Das spart nicht nur Wasser und Energie, sondern verursacht auch weniger Mikroplastik.

Silikonfreies Backpapier

Handelsübliches Backpapier enthält eine Silikonschicht und kann aus diesem Grund nicht mit dem Papiermüll recycelt werden. Es landet stattdessen in den Restmüll und wird nach dem Abholen der Müllabfuhr, in der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Deshalb gibt es als Alternativ silikonfreies ungebleichtes Backpapier das kompostiert werden kann. Wer auch das Wegwerfen von Backpapier vermeiden will, kann sich silikonbehaftetes Backpapier zulegen, das wiederverwendet werden kann.

Auf Fertigprodukte verzichten

Kennst Du die Fertiglasagne aus dem Supermarkt, die meist im Aluteller mit einer Plastikfolie verschweißt und Pappe verpackt ist? Hier werden gleich 3 unterschiedliche Materialien, in einer einzigen Verpackung verwendet. Selten werden diese getrennt entsorgt, was bedeutet, dass sie später in der Recycling-Anlage nicht entsorgt werden können. Das ist das Dilemma von Fertiggerichten. Sie sind zwar praktisch und zeitsparend, verursachen jedoch eine Menge Müll, der nicht immer vollständig recycelt werden kann. Vermeide das, wenn dir die Umwelt am Herzen liegt. Kaufe keine plastikverpackten Fertigprodukte mehr und meide alle Arten von Fertigprodukte, wie Tütensuppen oder Soßen und Gewürze aus der Tüte. Die beste Möglichkeit um Plastikmüll auf ein Minimum zu reduzieren ist, wenn Du einfach frisch kochst, am besten mit unverpackten, frischen Lebensmittel aus dem Unverpackt-Laden. Je weniger Verpackungsmaterial für die Lebensmittel verwendet wird, desto besser für die Umwelt. Das gilt auch für frisches Obst und Gemüse.

Bienenwachstücher anstelle von Frischhaltefolie

Frischhaltefolie oder Alufolie sind nicht für den mehrfachen Gebrauch designt worden. So praktisch und nützlich diese Mittel auch sein mögen, verursachen sie zu viel Einwegmüll, der nicht immer vollständig recycelt werden kann. Eine Alternative bieten daher Bienenwachstücher. Mit Stoffresten und Bienenwachs, lassen sich diese Küchenmittel selber herstellen. Und was ist wenn man vegan unterwegs ist und den Bienen nicht ihr Bienenwachs stehlen möchte? Auch dafür gibt es Lösungen. Statt Bienenwachs, kannst Du auch pflanzliche Wachse nutzen wie

  • Carnaubawachs
  • Japanwachs
  • Sojawachs
  • Rapswachs
  • Sonnenblumenwachs

Die verschiedenen Wachssorten eignen sich zudem auch für die Produktion von anderen Güter, wie Kerzen und Kosmetikprodukte.

Küchenutensilien aus Holz und Metall statt Plastik

Küchenutensilien wie ein Kochlöffel, Pfannenwender, oder der Nudellöffel sollten am besten aus Holz oder Edelstahl bestehen. Küchenutensilien aus Holz halten länger und anders als bei Plastikutensilien schmelzen sie nicht beim Kochen. Ich war deshalb noch nie von Küchenutensilien aus Plastik überzeugt, da man damit rechnen muss, dass das geschmolzene Plastik in das Essen gelangt oder das Besteck einfach damit anfängt zu schmelzen und sich abnutzen.

Pfannen aus Gusseisen statt mit Teflonbeschichtung

Teflonpfannen haben wie der Name bereits sagt, eine Teflonbeschichtung, die im Prinzip Kunststoff ist. Diese Kunststoffschicht löst sich beim Kochen mit der Zeit ab und macht die Pfanne irgendwann unbrauchbar, so dass sie entsorgt werden muss. Eine qualitativ hochwertige Pfanne aus reinem Gusseisen verursacht kein Plastikmüll und hält ein Leben lang.

Küchenrolle aus Stoff

Küchenrollen selbst, produzieren zwar keinen Plastikmüll, dafür werden sie aber in Plastik verpackt. Auch die Küchenrollen werden nach einmaligen Gebrauch weggeworfen, was für Einwegmüll sorgt. Eine umweltschonendere Alternative zu Küchenrollen ist deshalb ein saugfähiges Stück Stoff beispielsweise aus Fils. Ein einfacher Küchenlappen, den man meist im Einzelhandel kaufen kann, tut es auch. Für die Glasreinigung gibt es schon lange die Glasputztücher aus Mikrofaser, die dank ihrer besonderes fein verwobenen Faser ideal zum Polieren von Glasflächen geeignet sind.

Leere Plastikverpackungen wieder verwerten

Recycling Logo
Reduce, Reuse, Recycle

„Reduce, Reuse, Recycle“ lautet das Motto des grünen Recycling-Logos, wie oben sichtbar. Eine leere Plastikflasche lässt noch mehrere Male zum Wasser trinken verwenden oder es lässt sich mit einer Schere zurecht schneiden und zu einem Blumentopf umfunktionieren. Eine leere Sprühflasche eines Reinigungsmittels, kann man ordentlich ausspülen und anschließend als Wassersprüher für das Besprühen von Pflanzen nutzen, oder darin eigens produziertes Waschmittel befüllen. Ich nutze beispielsweise die leeren Plastikbehälter von Weintrauben oder Tomaten als Aufzuchtstation für Gemüse. Es gibt unzählige Möglichkeiten um Plastikmüll sinnvoll und langfristig wiederzuverwenden. Die Firma The Ocean Cleanup, sammelt beispielsweise Plastikmüll aus den Weltmeeren und produziert daraus Sonnenbrillen. Ein anderes Unternehmen namens GotBack produziert Rucksäcke aus recyceltem Meeresplastik. Manche Leute machen aus Plastikmüll, eigenen Dieseltreibstoff, wie in diesem Video gezeigt:

Leere Plastikverpackungen lassen sich somit vielfältig nutzen und wieder verwerten. Es ist deshalb eine wahre Ressourcenverschwendung, wenn man diese Möglichkeiten nicht nutzt. Trotzdem soll das kein Anlass dafür sein, seinen Plastikmüll absichtlich ins Meer zu entsorgen, nur damit es wieder herausgefischt wird um daraus tolle Produkte herzustellen. In einer perfekten Welt landet Plastikmüll erst gar nicht in die Natur und wird von Anfang an recycelt.

Eigenen Thermobecher statt Coffee-To-Go-Becher

Mir bäumen sich jedes Mal die Nackenhaare auf, wenn ich sehe wie viele Leute die Einweg-Kaffeebecher mit Plastikdeckel sich besorgen und diese auch gerne einfach achtlos auf die Straße werfen. Wenn täglich mehrere Millionen Menschen das so machen, dann kannst Du dir ausmalen, wie viel Müll dadurch zustande kommt. Nach Angaben der deutschen Umwelthilfe, landen in Deutschland stündlich etwa 320.000 Kaffeebecher in den Müll. Jährlich sind das etwa 3.000.000.000 Coffee-To-Go-Becher, die in den Müll landen. Für dessen Produktion werden etwas 43.000 Bäume gefällt, während für die Innenbeschichtung und für die Plastikdeckel 23.000 Tonnen Rohöl verbraucht werden. Für die Herstellung werden 1,5 Milliarden Liter Wasser benötigt; alles für Kaffeebecher, die nur nach einmaligem Gebrauch in den Müll landen und im Normalfall nicht vollständig recycelt werden. Dabei ließe sich das leicht vermeiden, wenn jeder sich stattdessen einen eigenen Thermobecher zulegt. Für alle Leute, die keine Lust auf den klassischen Thermobecher haben und der Umwelt entgegen kommen wollen, gibt es noch den Kaffeebecher namens Circular Cup aus recycelten Einwegbecher, der von einem englischen Designer entwickelt wurde. Auf der Webseite des Herstellers Circular & Co kann man den Becher für 15 Euro erwerben. Im Café kannst Du dir deinen Kaffee zudem in deinem eigenen Becher abfüllen lassen und der Umwelt zuliebe auf die Einweg-Coffee-To-Go-Becher verzichten.

Wiederverwendbare Feuchttücher nutzen

Feuchttücher die nur nach einmaligem Nutzen in den Müll landen, stellen eine hohe Umweltbelastung dar. Das lässt sich durch wiederverwendbare Feuchttücher aus Baumwolle ändern. Diese können entweder fertig gekauft oder aus Kleidungsreste aus Baumwolle selber hergestellt werden. Für die Feuchtigkeit kannst Du folgendes Rezept nutzen:

  • 500 ml destilliertes oder abgekochtes Wasser
  • 1 TL Kokosöl
  • 1 TL Sonnenblumenöl

Taschentücher verpackt in Kartons kaufen

Die gebrauchten Taschentücher selbst, können theoretisch kompostiert werden, jedoch nicht die Plastikverpackung, in der handelsübliche Taschentücher verpackt werden. Eine sinnvolle Alternative stellen deshalb Taschentücher, verpackt in Kartons dar. Wenn Du auch den Müll aus Taschentücher reduzieren möchtest, dann empfiehlt es sich alternativ wiederverwendbare Taschentücher aus Stoff zu verwenden.

Ein Stück Kernseife statt Flüssigshampoo

Flüssigshampoo kommt in einer Plastikflasche und das Shampoo selbst enthält meist Mikroplastik, was für einen Peeling-Effekt sorgen soll. Dieses Mikroplastik landet beim Duschen in den Abfluss und dementsprechend in die Wasserkreisläufe. Das bedeutet, dass das Mikroplastik auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in deinem Leitungswasser vorhanden ist. Glaube nicht, dass das Wasser aus den Plastikflaschen im Supermarkt frei von Mikroplastik ist. Auch dort sind die gängigen Filteranlagen nicht in der Lage, das Mikroplastik vollständig aus dem Wasser zu entfernen. Mikroplastik ist somit ein unsichtbares Problem, das uns alle betrifft. Ein Stück einfache Kernseife kann dieses Problem beheben. Ich empfehle die vegane Variante, denn für die Herstellung von konventioneller Kernseife werden Talg, Schweine- und Knochenfette verwendet. So muss für deine Seife kein Tier sterben und umweltfreundlicher ist es obendrauf. Kernseife gibt es häufig in der Papierverpackung zu kaufen, somit entsteht hier absolut kein Plastikmüll.

Hygieneartikel für Damen

Tampons bestehen zwar aus Baumwolle, jedoch werden sie in Plastikfolie verpackt. Die Erzeugung von Baumwolle benötigt zudem Wasser und das immer wieder aufs neue, weil sie ein Einwegprodukt sind. Deshalb gibt es als Alternative schon lange die Menstruationstasse, die aus Silikon besteht und wiederverwendet werden kann. Solltest Du als Frau daran interessiert sein, dann informiere dich bitte zuvor ausführlich über die richtige Nutzung dieses Mittels, da unter falscher Anwendung unangenehme Unfälle entstehen können. Übrigens: Meine Produktempfehlungen für nachhaltige Hygieneartikel findest Du >hier.

Plastikfreies Rasieren

Der Verzicht auf Einwegrasierer sollte für jeden umweltbewussten Menschen mittlerweile selbstverständlich sein. Die normalen Rasierer mit den austauschbaren Klingen, enthalten noch Plastik das weggeworfen wird, sobald diese abgestumpft sind. Eine Alternative bietet deshalb ein Rasierhobel aus Edelstahl. Anstelle des handelsüblichen Rasierschaums aus der Dose, kannst Du Rasierseife nutzen oder Rasieröl selber machen. Für Männer mit empfindlicher Haut, oder die keine Nassrasur bevorzugen, gibt es immer noch die gute alte Rasiermaschine für die Trockenrasur.

Wiederverwendbare Kosmetikpads aus Stoff

Bei Kosmetikpads ist es ähnlich wie bei den Tampons: Sie bestehen aus Baumwolle für dessen Herstellung viel Wasser verbraucht wurde, nur damit sie nach einmaligen Gebrauch wieder in den Müll landen. Die bessere Alternative bieten Kosmetikpads aus Stoff, die nach der Benutzung gewaschen und wiederverwendet werden können. Kreative können die Pads aus alten Handtücher selber nähen oder aus Wollreste und Garn selber häkeln. Am sparsamsten ist es, wenn man einfach keine Schminke verwendet und die Haut mit natürlichen Hausmitteln frisch und rein hält.

Schminkzeug selber machen

Dekorative Schminke wie Rusch oder Wimperntusche, lassen sich mit einfachen Hausmittel und ein paar kleinen Glasbehälter einfach selber machen und beugen somit dem Verpackungsmüll vor. Auf Youtube und in zahlreichen Blogs, findet man mithilfe einer Suchmaschine unzählige Tutorials und Rezepte dafür.

Zahnpflegemittel aus natürlichen Materialien

Um Plastikmüll bei der Zahnpflege einzusparen, gibt es Zahnbürsten aus Bambus, beziehungsweise mit Holzgriff, der zugleich eine desinfizierende Wirkung hat. Zahnseide gibt es aus natürlicher Seide und anstatt Zahnpasta aus der Plastiktube, kannst Du vegane Zahnpasta aus dem Glas verwenden. Alternativ gibt es Zahnputz-Tabletten in der Papierverpackung. Was mich anbelangt, bin ich jedoch eher ein Fan von dem veganen Zahnpasta im Glas, da es der gewohnten Zahnpasta am nächsten kommt.

Verpackungsmüllfreier Mückenschutz

Antimückenspray geht auch ohne Verpackung. Dafür kann man sich das Anti-Mückenspray einfach selber machen und diesen in eine eigene Sprühflasche befüllen. Alternativ gibt es die Anti-Mücken-Lotion-Bars, die man selber machen und sich auf die Haut reiben kann.

Papierklebeband nutzen

Du verschickst regelmäßig Pakete und möchtest dabei deinen ökologischen Fußabdruck verringern? Dann ist Paketklebeband aus Papier die ideale Alternative zum Klebeband aus Plastik.

Stoffwindeln statt Einwegwindeln

Die handelsüblichen Einwegwindeln sind zwar praktisch, weil man sie nach einmaligen Gebrauch schnell und einfach falten und entsorgen kann, doch sie sind nicht recycelbar und werden einfach auf der Mülldeponie in der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Das ist nicht so praktisch, wenn man bedenkt, dass dadurch wieder mehr Treibhausgase in die Luft befördert werden. Deshalb bieten sich stattdessen Stoffwindeln an, die wieder verwendet werden können. Den braunen Brei könnte man theoretisch auf einen Komposthaufen im eigenen Garten entsorgen und so daraus Dünger herstellen. Die Idee mit dem Dünger war lediglich nur ein Gedankenspiel, es ist bereits hilfreich, wenn dank des Verzichts auf Einwegwindeln, weniger Müll entsteht.

Spielzeug aus Holz

Plastikspielzeug nicht kompostierbar und kann nicht immer recycelt werden. In manchen Fällen kann es sogar giftig sein. Giftig könnten auch Holzspielzeuge sein, wenn der Lack gesundheitlich bedenklich ist, dennoch ist Holz im Falle der Entsorgung, von der Natur deutlich leichter wiederverwertbar als Spielzeug aus Plastik. Ansonsten hilft es bereits, wenn man Plastikspielsachen wie beispielsweise Bausteinchen, möglichst gebraucht kauft.

Edelstahl-Brotdose

Ein Plastik-Brotbox ist zwar üblicherweise kein Einwegprodukt und kann öfters verwendet werden, doch eine Edelstahl-Brotdose ist wesentlich leichter von der Natur kompostierbar, als ihr Kollege aus Kunststoff. Leichter zu reinigen und schöner anzusehen ist es zudem auch.

,,Keine-Werbung-Sticker“ nutzen

Keine-Werbung-Schilder verhindern Plastik- und Papiermüll

Im Zeitalter von Internet und Online-Werbung, braucht man eigentlich keine Zeitungen und Werbekataloge mehr. Trotzdem findet man sie immer noch in zahlreichen Briefkästen, sofern man nicht ausdrücklich klar macht, dass man keine Werbung erhalten möchte. Die Hefte bestehen zwar in der Regel aus recycelten Papier, können aber nicht wieder recycelt werden, weil das Papier häufig noch mit einer Kunststoffschicht und Lack bedruckt ist. Zusätzlich werden die Werbekataloge in Plastikfolie verpackt. Der Spaß wiederholt sich jede Woche und betrachtet auf einen längeren Zeitraum, entstehen dadurch Unmengen an Plastikmüll, sowie Papiermüll, der nicht recycelt werden kann und stattdessen einfach verbrannt wird. Das lässt sich mit einem einfachen ,,Keine-Werbung-Sticker“ auf dem eigenen Briefkasten, ganz einfach vermeiden.

Dekoration aus natürlichen Materialien

Wer kennt es nicht: Konfetti, Luftschlangen, Luftballons und andere Späße, die auf Parties eine Menge Müll verursachen. Nicht nur dass das Zeug nach der Party wieder weggeräumt werden muss, zugleich ist es nur langsam biologisch abbaubar und wie zuvor erwähnt, wird nicht immer der gesamte Plastikmüll recycelt, sondern stattdessen verbrannt. Auch die Weihnachtsdeko und sämtliche Hausdekoration aus Kunststoff und anderen Materialien sorgt für eine Menge Müll, wenn es kaputt geht und nicht mehr gerettet werden kann. Um die Umwelt zu entlasten, kann man sich deshalb alternativ Dekoration aus rein natürlichen Materialien basteln. Natürliche Deko lässt sich beispielsweise aus getrockneten Kürbise, Kastanien, Nussschalen, Mistelzweige, Tannenzapfen, Steine, Stöcker und Blütenblätter einfach selbst herstellen. Mit einem Locher kann man natürliches Konfetti aus Laubblätter selber stanzen. Sei kreativ und erfinderisch. Im Internet gibt es mehr als genug Inspiration dazu.

Geschenke ohne Verpackungsmüll

Buntes mit Kunststoff beschichtetes Geschenkpapier, sieht zwar schön aus, doch es ist nicht recycelbar und wird nach der Entsorgung in der Mülldeponie in der Regel verbrannt. Um das zu vermeiden, eignet sich besser buntes Papier aus dem Bastelshop oder wiederverwendbare Stoffreste. Originelles Geschenkpapier kann man beispielsweise aus Recyclingpapier wie alte Zeitungen und Zeitschriften machen. Zum Wickeln, kann man Wollschnur oder alte Schnürsenkel verwenden. Das erspart Paketband und Kleber.

Kaugummi ohne Kautschuk

Abgesehen von der Plastikverpackung ist das Kautschuk aus handelsüblichen Kaugummi zwar ein natürlicher Rohstoff, jedoch ist er von Natur aus nur langsam abbaubar. Eine Alternative bietet daher kautschukfreies Kaugummi von Forest Gum. So kannst Du auch Kaugummi ohne Plastik und Kautschuk genießen und damit zugleich die Umwelt schonen.

Fazit:

Es laufen keine Heiligen auf diesen Planeten herum. Nicht einmal der Papst oder der Dalai Lama sind so heilig, wie die Öffentlichkeit glaubt. Niemand ist perfekt ist und das muss auch niemand. Auch ich kaufe mir manchmal noch Lebensmittel, die mehr aus Verpackungsmaterial als aus Essen bestehen. Es geht hier nicht darum alles bis ins letzte Detail perfekt zu machen, sondern vielmehr darum ein Bewusstsein zum eigenen Konsumverhalten und dem verursachten Müll zu entwickeln. Es reicht bereits aus, darauf zu achten in Zukunft deutlich weniger Plastikmüll zu produzieren. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, habe ich dir jetzt genannt. Setze es so um, wie es für dich am besten passt.