Als Veganer meidet man tierische Produkte und achtet beim Einkauf streng darauf, dass in allen gekauften Waren absolut keine tierischen Substanzen enthalten sind. Wer also als Veganer ausschließlich Obst und Gemüse kauft und bei seinem Frühstücksbrötchen auf Butter, Wurst und Käse verzichtet, wird doch nichts zu befürchten haben, richtig?

Wenn es doch nur so einfach wäre…

Es gibt zahlreiche Produkte die auf dem ersten Blick vegan aussehen, es aber nicht sind. Jeder Laie würde sofort erkennen, dass Schuhe aus echtem Leder nicht vegan sind. Doch bei anderen Produkten ist das nicht sofort ersichtlich. Es gibt viele Produkte bei denen selbst der geübte Veganer niemals auf die Idee kommen würde, dass dort irgendwo Substanzen eines Tieres enthalten sind. In diesem Artikel erfährst Du welche 35 vegan-aussehende Produkte eigentlich nicht vegan sind und welche Möglichkeiten es gibt um herauszufinden ob ein Produkt vegan ist.

Vegan-aussehende Lebensmittel, die eigentlich nicht vegan sind

Wusstest Du, dass nach der Schlachtung eines Nutztiers, jedes Körperteil inklusive der Knochen verwertet wird? Nichts vom Tier wird weggeworfen. Das ist zunächst beruhigend zu wissen wenn man weiß, dass ein Tier wenigstens nicht sinnlos sterben musste. Allerdings landen dadurch viele tierische Substanzen auch in geringen Mengen in zahlreichen Lebensmittel und anderen Produkten bei denen man sie als Veganer niemals erwarten würde. Wenn ich mir zahlreiche Produkte im Supermarkt so anschaue, dann frage ich mich ob nicht jemand extra dafür bezahlt wird um sich ausführlich Gedanken darüber zu machen, wo man diese Reste noch sinnvoll verwerten könnte.

Du würdest staunen, wenn Du wissen würdest welche ekligen Teile eines Tiers heutzutage in Lebensmittel untergemischt werden. Irgendwo hörte ich mal, dass die After und Zungen des Schlachtviehs zerkleinert und zu Hot Dogs verarbeitet werden. Nah dann guten Appetit!😋 Seit ich darüber Bescheid weiß, schaue ich bei jedem vegan-aussehendem Produkt wo nicht explizit das Vegan-Siegel aufgedruckt ist, ob dort nicht irgendwelche tierischen Substanzen enthalten sind. Dabei gibt es viele Begrifflichkeiten, bei denen der unwissende Konsument auf Fragezeichen stoßt. Hier eine Aufzählung mit unverständlichen Begriffen für tierische Substanzen samt ihrer Bedeutung:


  • Chitin (Reste aus Panzer von verschiedenen Schalentieren)
  • Gelatine (Tierische Proteine aus Knochen, Haut und andere Bestandteile)
  • Guatin (Eine schimmernde Substanz aus Fischschuppen)
  • Kasein (Ein Protein aus Kuhmilch)
  • Talg ( Gewonnen aus Rinderfett und bekannt als Sodium Tallowate, Talgsäure, Talgfettaminoxethylat oder Talgamin)
  • (E 920) L-Cystein (Eine Aminosäure die aus Schweineborsten und Vogelfedern gewonnen wird)
  • (E 20) Karmin, Cochenille (Farbstoff aus weiblichen Schildläusen)
  • (E 270) (Milchsäure, Säurungsmittel aus Milch)
  • (E 304) Ascorbinsäure (Ein Antioxidationsmittel aus tierischen oder pflanzlichen Fetten)
  • (E 322) Lecithin (Antioxidationsmittel, Emulgator und Stabilisator aus Hühnereidottern)
  • (E 422) Glycerin (Feuchthaltemittel und Füllstoff aus tierischen oder pflanzlichen Fetten)
  • (E 471) und (E 472) A-F Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren ( Schaumstabilisatoren, Emulgatoren und Überzugsmittel aus tierischen oder pflanzlichen Fetten)
  • (E 621) Natriumglutamat und Mononatriumglutamat (Geschmackverstärker aus tierischen oder synthetischen Eiweiß)
  • (E 901) Bienenwachs gelb und weiß (Wird beim Ausschmelzen von Honigwaben gewonnen und als Überzugsmittel verwendet
  • (E 904) Schellack (Ein Überzugsmittel aus Lackschildläusen)
  • (E-920) L-Cystein (Mehlbehandlungsmittel aus Keratin, das aus Tierborsten oder Federn gewonnen wird)

Nicht-vegane Lebensmittel, die als solche nicht sofort erkennbar sind

1. Bananen aus nicht biologischem Anbau

Bananen sind doch das vegane Nahrungsmittel schlechthin, oder? Nicht wenn man die üblichen Bananen aus dem Supermarkt kauft. Da Bananen in einem Land wie Deutschland nicht von Natur aus wachsen können, werden sie hauptsächlich aus Südamerika importiert. Die weite Lieferstrecke stellt ein Risiko für die Haltbarkeit der gelben Früchte dar. Deshalb nutzt man neben ausreichender Kühlung einen Stoff namens Chitin, der den Reifeprozess der Banane hemmen soll. Es ist eine Substanz, die aus Resten von Panzer von Weichtiere gewonnen wird und die Bananenschale länger grün hält. Wenn Du nicht zufällig gerne Bananenschalen isst, wird davon nichts in deinen Körper gelangen, allerdings mussten dafür Krebse und Garnelen ihr Leben opfern. Einzige Ausnahme sind Bananen aus dem Bio-Anbau. Dort ist die Nutzung solcher Stoffe untersagt.

2. Feigen

Wie kann ausgerechnet schon wieder eine Frucht nicht vegan sein? Das liegt daran weil für die Bestäubung der Feigenblüten, eine Wespe ihr Leben lassen musste. Die Feigenwespe schlüpft in die Feige um dort ihre Eier abzulegen. Anschließend stirbt sie, weil sie nicht mehr aus der Feige entkommen kann. Durch Enzyme wird die Wespe in der Feige abgebaut. Da hier ein natürlicher Vorgang stattfindet und keine Wespen vom Menschen ausgebeutet wurden, essen viele Veganer die Feigen trotzdem. Ganz schön eklig wenn man bedenkt, dass darin mal ein Wespe gestorben ist.

3. Raffinierter Zucker

Raffinierter Zucker ist nicht nur auf Dauer ungesund, sondern zugleich auch nicht immer vegan. Dieser kann nämlich Tierkohle enthalten, die von Hersteller verwendet wird um den Zucker weißer zu machen. Tierkohle ist eine Sorte der Aktivkohle, die aus verkohltem tierischen Blut, Leder, Knochen oder Fleisch gewonnen wird. Glücklicherweise verzichten die meisten deutschen Hersteller mittlerweile darauf, allerdings rate ich dir beim nächsten Kauf von Zucker genauer hinzuschauen.

4. Brot

Brot ist nicht immer vegan. Bei Milch- und Käsebrötchen ist das leicht ersichtlich bei anderen Brotsorten aber nicht. Manche Bäckereien nutzen L-Cystein, welches aus Schweineborsten und Vogelfedern gewonnen wird. Es wird genutzt um den Teig lockerer zu machen. In Deutschland nutzt man mittlerweile meist synthetisch hergestelltes L-Cystein. Das Problem ist, dass L-Cystein in Deutschland für lose Gebäcke nicht deklarationspflichtig ist, deshalb rate ich dir beim Bäcker deines Vertrauens genauer nachzufragen. Alternativ kannst Du dir dein Brot einfach selbst backen oder kaufst es in einem Online-Shop, der vegane Backwaren anbietet.

5. Margarine

Der informierte Normalverbraucher wird wissen, dass Butter aus Kuhmilch hergestellt wird, aber wie sieht es bei pflanzlichen Alternativen wie Margarine aus Sonnenblumen- oder Rapsöl aus? Erstaunlicherweise sind auch diese nicht immer vegan. Einige Hersteller verwenden Casein als Bindemittel oder Laktose, die der Margarine eine cremige Konsistenz verleiht. Die meisten Margarine-Sorten von deutschen Herstellern, dürften jedoch vegan sein und sind entsprechend gekennzeichnet.

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6. Orangensaft

Orangensaft ist nicht vegan!? Du hast richtig gelesen. Manch Hersteller versetzt seinen Orangensaft mit Vitamin D3, was in der konventionellen Industrie aus Wollwachs aus Schafswolle gewonnen wird. Zahlreiche Fruchtsaftsorten werden zudem mit tierischer Gelatine geklärt. Klingt verrückt? Willkommen in der Absurdität der Lebensmittelindustrie. Auch hier ist man auf der sicheren Seite, wenn man nur Produkte mit dem Vegan-Siegel kauft.

7. Marshmallows

Bei Marshmallows ist es kaum anders als bei zahlreichen anderen schaum- und gummiartigen Süßigkeiten. Der Vorläufer des Marshmallows wurde bereits im 19. Jahrhundert aus der Eibischwurzel hergestellt und war damit früher mal vegan. Mittlerweile enthalten die handelsüblichen Marshmallows tierische Gelatine. Vegane Alternativen sind für Marschmallows nur schwer zu finden. Dennoch fand ich eine *vegane Marshmallow-Alternative von der Marke Süssundclever.

8. Alkohol

Überraschenderweise ist auch Alkohol nicht immer frei von Tierleid. Häufig sind in Alkohol Gelatine und Albuine enthalten. Unter anderem verwendet man Kaseine zur Klärung des Alkohols. Getränke wie Wein und zahlreiche andere Weinerzeugnisse werden durch Krebsschalen gefiltert. Auch hier ist man auf der sicheren Seite, wenn die Getränke ein Vegan-Siegel haben.

9. Bier

Wer denkt, dass jedes Bier ohne Tier ist, liegt falsch. Damit meine ich nicht die Tiere, die das Bier trinken. Viele Hersteller nutzen Fischblasen, oder im Fachjargon ,,Hausenblasen“ um das Bier zu klären. Die Fischblase ist später nicht im Bier enthalten und muss deshalb auf dem Etikett nicht gekennzeichnet werden. Ganz schön trickreich, findest Du nicht auch? Dafür gibt es Brauereien, die ausschließlich veganes Bier brauen, wie zum Beispiel die Guinness-Brauerei. Mittlerweile brauen vermehrt deutsche Hersteller veganes Bier, weshalb das meiste Bier aus Deutschland vegan sein dürfte. Genaueres Nachfragen kann trotzdem sicherheitshalber nicht schaden.

10. Kaugummi

Kaugummi besteht meist aus pflanzlichen und zahlreichen künstlichen Inhaltsstoffen, doch auch hier ist nicht alles immer vegan. Manche Hersteller verwenden immer noch Stearinsäure, die aus Tierhaut- und knochen gewonnen wird, sowie Gelatine, die das Kaugummi weicher machen soll. Entweder man verzichtet ganz auf Kaugummi oder kauft sich eine *vegane Variante.

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11. Pesto

Pesto ist nicht immer vegan und noch nicht einmal immer vegetarisch. Manchmal wird hier Parmesan zugesetzt, für dessen Herstellung das Lab von Kälbermägen eingesetzt wird. Ein Vegan-Siegel gibt die Gewissheit, dass es sich hier tatsächlich um ein veganes Produkt handelt.

12. Müsliriegel

Müsliriegel sehen vegan aus? Die meisten handelsüblichen sind es nicht. Jene die mit Schokolade überzogen sind, enthalten Milchpulver und Müsliriegel ohne Schokolade können noch Honig als Süßungsmittel enthalten. Die enthaltenen Zerealien werden zudem oft mit Gelatine zusammengeklebt. Dabei ist der Müsliriegel doch der Energiegeber für Sportler schlechthin, was also tun? Glücklicherweise gibt es mittlerweile genügend vegane Alternativen:

13. Brotaufstriche

Klar ist die Leberwurst nicht vegan, doch was ist mit Remoulade, Senf, Marmelade, Nutella und andere süße Aufstriche ? Diese sind meist auch nicht vegan und für den Laien nicht sofort ersichtlich. In Marmelade wird häufig tierische Gelatine verwendet und Schocko-Aufstriche enthalten meist Magermilchpulver oder Molkeeiweißkonzentrat. Auch würzigere Streichcremes und Saucen sind nicht immer vegan. In Remoulade und Mayonnaise werden Eier und Milch zugeführt und prinzipiell enthalten die meisten Aufstriche aus der Kühltheke Milch. Auch Senf ist meist nicht vegan, da dort meist Wein, oder Weinessig verwendet wird und dieser wird meist durch Krebsschalen gefiltert. Wer nach veganen Alternativen sucht dem kann ich folgende Aufstriche empfehlen (Links zum Produkt):

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Die Ersatzprodukte sind oft noch deutlich teurer als der Standard, aber mit steigender Nachfrage und steigender Produktion könnte sich das ändern.

14. Gummibärchen

Ja, auch die geliebten Gummibärchen sind nicht vegan. Dort ist tierische Gelatine enthalten, die aus Kollagen von Schweine und Rinder besteht und als Geliermittel verwendet wird. Gummibärchen und andere Fruchtgummis findet man mittlerweile auch vermehrt in vegan. Dort wird stattdessen pflanzliches Geliermittel verwendet.

15. Kartoffelchips

Auch bei Kartoffelchips ist nicht immer alles vegan. Hier gibt es noch viele Hersteller die ihre Chips mit Extrakt aus Wildschweinborsten verfeinern. Unter anderem nutzt man in der Produktion manchmal das Lab von Kälber. Abhängig von der Sorte findet man dort auch Schweinefleischpulver, Käsepulver oder Süßmolkepulver. Ein Blick auf die Verpackungsrückseite dürfte mehr Aufschluss über die Zusammensetzung geben. Ansonsten bieten sich als schmackhafte Alternative, Chips aus getrockneten Früchten an. Doch Vorsicht: Auch dort ist nicht immer alles vegan. *Hersteller wie Alnatura bieten mittlerweile vegane Chips an und auch andere Hersteller ziehen nach.


Vegan-aussehende Alltagsprodukte die nicht vegan sind

Wer den Veganismus wirklich ernst nimmt, wird nicht nur darauf achten Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe zu essen, sondern auch auf nicht-vegane Alltagsprodukte verzichten, denn auch hier gibt es eine Menge Produkte für dessen Produktion Tiere sterben mussten.

1. Zahnpasta

Handelsübliche Zahnpasta ist selten vegan. Neben Bienenwachs und Glycerin, findet man hier häufig Knochenmehl, das aus gemahlenen Tierknochen gewonnen wird und als Politurmittel für die Zähne dient. Glycerin wurde früher hauptsächlich aus tierischen Fetten gewonnen, während es mittlerweile meist als veganes Nebenprodukt aus der Biodiesel-Herstellung entsteht. Als Veganer bist Du auf der sicheren Seite, wenn Du *eine Zahnpasta kaufst, die als vegan gekennzeichnet ist.

2. Klebstoff

Klebstoff ist nicht immer vegan. Der klassische Holzleim besteht unter anderem aus gemahlenen Tierknochen, demnach sind auch viele verleimte Möbel nicht vegan. In einigen Klebstoffen verwendet man Zellulose, die für den besseren Halt sorgen soll. Das gilt auch für viele flüssige Bastelkleber und Klebestifte. Was wäre die Alternative? Hauptsächlich rein-synthetische Klebstoffe. Naturharz, das aus Bäumen gewonnen wird, ist ebenso ein guter Ersatz. Hier habe ich noch einen Shop gefunden, der veganen Klebstoff anbietet.

3. Kondome

Bevor es Kondome aus Latex gab, nutzte man Schafsdärme oder Fischblasen. Diese waren nicht nur deutlich unsicherer, sondern auch definitiv nicht vegan. Was ist mit den meisten modernen Kondome? Auch die sind nicht immer vegan. Hier wird Milchprotein, bzw. Casein zur Verarbeitung des rohen Kautschuks verwendet. Vegane Alternativen gibt es mittlerweile mehr als genug.

4. Gleitgel

Wo wir schon beim Thema Sex sind: Auch die meisten Gleitgels sind nicht vegan. Dort ist unter anderem Glycerin enthalten, das für das Gleiten mitverantwortlich ist. Vegane Alternativen findet man mittlerweile bei den meisten gängigen Drogeriegeschäften oder notfalls im Online-Shop. Diese sind ebenfalls mit dem Vegan-Siegel gekennzeichnet.

5. Putzmittel

Viele Reinigungsmittel sind nicht vegan. Sie enthalten Tenside, die als Schmutzlöser dienen und dafür sorgen, dass 2 Flüssigkeiten miteinander vermischt werden können. Tenside können synthetisch hergestellt werden, können aber auch tierischen Ursprungs sein, wenn sie aus tierischen Fetten gewonnen werden. Synthetische Tenside bestehen aus Erd- oder Palmölbasis, die zwar auch nicht sehr umweltfreundlich sind, dafür mussten für dessen Herstellung keine Tiere sterben.

6. Schmiermittel für Maschinen

Diverse Schmiermittel für Maschinen, enthalten meist tierische Fette. Größtenteils bestehen sie aber aus Erdöl, oder verschiedene Pflanzenöl-Mischungen. Bei Schmiermittel ist es schwierig, die genauen Inhaltsstoffe herauszufinden, da sie nicht immer auf der Verpackung angegeben werden. Höchstens der Hersteller kann da genauere Angaben machen, wenn man nachfragt. Vegane Alternativen für Schmiermittel sind noch schwer zu finden, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Industrie sich auch hier umstellt.

7. Fotoabzüge

Da die meisten Menschen heutzutage nur Fotos in digitaler Form aufbewahren, wird man hier als veganer Fotograf nichts zu bedenken haben. Doch wer noch ganz altmodisch mit Fotoabzügen arbeitet muss als Veganer auch hier aufpassen, denn für die Abzüge für Negative wird tierische Gelatine verwendet. Der Hersteller des Fotopapiers kann genauere Angaben liefern.

8. Zigarettenfilter

Eklig aber wahr: Damit ein Zigarettenfilter seine filternde Wirkung bekommt und die Schadstoffe aus dem Tabak filtern kann, werden diese aus einem Stoff namens Hämoglobin, ein Protein aus Schweineblut hergestellt. Wer mit dem Rauchen aufhört, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Vegane Alternativen bieten ansonsten eine Hersteller von E-Zigaretten.

9. LCD-Bildschirme

Ausgerechnet LCD-Bildschirme von Fernseher, Computer, Digitalkameras und Smartphones sind nicht vegan. Das hätte wahrscheinlich niemand gedacht. Hersteller verwenden hierfür tierisches Cholesterin, das aus den Zellmembranen von Tierzellen gewonnen wird. Diese findet man in LCD-Bildschirme in Form von flüssigen Kristallen wieder. Leider gibt es dafür bisher keine mir bekannten Alternativen. Vielleicht bist Du ein Tüftler und könntest eine solche Alternative entwickeln? Ansonsten müssen Veganer, die für ihre Arbeit auf diese Technologie nicht verzichten können an dieser Stelle ausnahmsweise einen Kompromiss eingehen, außer man ist dazu bereit wieder einen alten Röhrenbildschirm zu verwenden (ob die vegan sind, da bin ich mir jedoch auch nicht zu 100 Prozent sicher).

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10. Nagellack

Wie könnte in einem synthetisch riechendem Produkt wie Nagellack jemals etwas von einem Tier drin sein, fragst Du dich jetzt wahrscheinlich? Auch viele Nagellacke sind nicht vegan, so merkwürdig das klingen mag. Hier wird ein Stoff namens Guanin verwendet. Das ist ein aus Fischschuppen gewonnenes, schimmerndes Pigment das die Nägel glitzern und schimmern lassen soll. *Veganes Nagellack enthält stattdessen meist rein synthetische Alternativen.

11. Autoreifen

Das Gummi von Auto- und Fahrradreifen besteht hauptsächlich aus Kautschuk. Doch Vorsicht! Auch hier wird für das Gummigemisch oft noch Stearin verwendet, welches aus tierischen und pflanzlichen Ölen gewonnen wird. Aktuell ist es noch schwer vegane Alternativen für Reifen zu finden. Hoffentlich ändert sich das bald. Wenn Du sicher gehen willst ob in deinem Auto- oder Fahrradreifen etwas Tier drin steckt, dann frage deinen Hersteller des Vertrauens.

12. Schuhe

Dass Lederschuhe aus echtem Leder nicht vegan sind, dürfte selbst dem Laien klar sein. Doch was ist mit den normalen Schuhen, dessen Materialien aus Synthetik bestehen? Auch diese müssen nicht zwangsläufig vegan sein, da hier zur Verklebung der Sohlen häufig Klebstoff aus tierischen Fetten verwendet wird. Gibt es Alternativen? Klar gibt es die! Die folgenden aufgelisteten Hersteller bieten vegane Schuhe im deutschsprachigen Raum an:

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Dort wird zur Verklebung der Sohlen meist synthetischer Kleber oder Kleber aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen verwendet und auf die Nutzung von Echtleder verzichtet.

13. Wandfarbe

Während man in handelsüblicher Wandfarbe häufig viele chemische Inhaltsstoffe vorfindet, kommen hier die einzig natürlichen Stoffe ausgerechnet von einem Tier. Darunter Casein oder Zellulose als Bindemittel. Vegane Wandfarben (*ja die gibt es) enthalten anstelle von tierisches Casein, pflanzliches Casein aus pflanzlichem Eiweiß.

14. Seife

Handelsübliche Handseife besteht aus Stearin, ein Gemisch dass aus pflanzlichen oder tierischen Fetten und Ölen gewonnen wird. Tote Tiere nutzen um sich die Hände zu waschen? Geht für Veganer gar nicht! Deshalb gibt es bereits mehr als genug veganen Ersatz, der hauptsächlich aus pflanzlichen Inhaltsstoffen besteht. Hier einige empfehlenswerte Stücke:

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15. Kerzen

Ähnlich wie bei Seife, bestehen handelsübliche Wachskerzen ebenfalls aus Stearin. Früher verwendete man zur Herstellung von Kerzen häufig auch Bienenwachs. Vegane Alternativen gibt es hier mehr als genug, die beispielsweise aus Sojawachs, Rapswachs, Sonnenblumenwachs oder Reiswachs. Hier einige Links zu veganen Kerzen:

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Übrigens: Jeder kann vegane Kerzen aus Bio-Sojawachs und etwas Aroma-Öl ganz einfach selber machen.

16. Weichspüler

Hättest Du gedacht, dass ausgerechnet die konventionellen Weichspüler nicht vegan sind? Nein? Ich auch nicht. Dort werden verschiedenste Substanzen aus Schlachtabfällen zugeführt, die dafür mitverantwortlich sind, dass die Kleidung nach dem Waschgang weich und geschmeidig wird. Wenn Du mich fragst, finde ich das ziemlich ekelerregend und frage mich, warum man das ausgerechnet auf die Wäsche bringt. Glücklicherweise denkt auch hier die Industrie vermehrt um. *Hier fand ich einen veganen Weichspüler von der Marke Vernel. Natürlich gibt es auch genug andere Hersteller, die vegane Alternativen anbieten. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Veganismus viel mehr als nur ein Trend ist und vermehrt an Bedeutung gewinnt. Wer gleich auf Weichspüler verzichtet, reduziert zudem sein Plastikmüll.

17. Bücher

Bist Du einer dieser Buchliebhaber, die beim Lesen immer etwas zum Anfassen brauchen? Dann habe ich schlechte Nachrichten für dich: Bücher sind nicht immer vegan. Gerade bei den älteren Stücken wurde noch häufig Tierleder für den Buchumschlag verwendet und oft mit Kleber aus Casein verklebt. Zudem kann es gut möglich sein, dass Karmin für die Farbe der Tinte verwendet wurde. Natürlich ist mir klar, dass es einen Unterschied zum Lesegerät macht, wenn man ein echtes Buch in der Hand hält. Seit wir wissen, dass selbst LCD-Bildschirme auch nicht vegan sind, wäre ein eBook-Lesegerät technisch gesehen auch keine Alternative. Dennoch ist es besser wenn man die eigene Lektüre auf einem einzelnen Gerät ließt, wofür nur wenige Tiere ihr Leben opfern mussten, als tausende Bücher in physischer Form zu besitzen, wofür logischerweise deutlich mehr Tiere gestorben sind. Ansonsten fand ich als einzige Alternative einen veganen Verlag, der ausschließlich vegane Bücher herstellt und wer weiß; wenn man dort nachfragt, könnten die vielleicht den Lieblingsroman in vegan produzieren? Fragen kostet nichts.

18. Tatoos

Auch beim Stechen von Tatoos wird manchmal noch Karmin verwendet, ein Farbstoff der aus Schildläusen gewonnen wird. Demnach sind Tatoos nicht immer vegan. Mittlerweile bieten auch mehr Tatoostudios vegane Alternativen an.

19. Kleidungstücke aus Seide

Wer sich auskennt wird wissen, dass Seide, ebenso wie Kleidung aus Leder oder Wolle nicht vegan ist. Laien wissen allerdings häufig nicht, woraus Seide eigentlich besteht und was alles passieren musste um an diesen edlen Stoff heranzukommen. Seide besteht aus Raupenkokons des Seidenspinners (Bombyx mori). Die Kokons samt Tierchen werden in kochendes Wasser geworfen um an die Seide heranzukommen. Viele synthetische Materialien kommen mittlerweile nah an die Eigenschaften von echter Seide heran und dafür mussten keine Tiere sterben. Vielleicht findet oder züchtet man in Zukunft eine Pflanze, die ähnliche Stoffe wie Seide produzieren kann.

20. Pinsel

Konventionelle Pinsel zum Malen, sind meist nicht vegan. Dort werden häufig noch Wildschweinborsten oder manchmal auch Pferdehaare verwendet. Das selbe gilt übrigens für den Rasierpinsel oder für die altmodischen Handfeger und Besen. Hier gibt es genügend vegane Alternativen, die Borsten aus Kunstfaser verwenden.

Bonustipp: Lippenstifte und Parfüm mit Wildtiersekret

Da mir noch zusätzlich einige nicht-vegane Produkte eingefallen sind, gebe ich es hier als Bonus an. Viele handelsübliche Kosmetikprodukte, darunter auch Lippenstifte, sind nicht vegan. Abgesehen davon, dass für manche Lippenstifte an Tieren getestet wurde, können Lippenstifte zudem tierische Substanzen enthalten wie:

  • Karmin (für die rote Färbung)
  • Guanin (gewonnen aus Fischschuppen für den Schimmer)
  • Loanin (ein Sekret aus Talgdrüsen von Schafen, das bei Lippenstifte zur Feuchtigkeitspflege und als Konservierungsstoff genutzt wird)
  • Talg (kommt meist aus Rinderfett und ist bekannt als Sodium Tallowate, Talgsäure, Talgfettaminoxethylat oder Talgamin. Es sorgt im Lippenstift für eine schmierende, pflegende Wirkung)

Für all diese tierischen Inhaltsstoffe gibt es auch pflanzliche Alternativen

Und weil es so schön war solltest Du noch wissen, dass es ganz seltene Parfümsorten gibt, in denen ein Drüsensekret von Hirschen verwendet wird, welches bei den Tieren aus dem Urin gewonnen wird und im Tierreich die Funktion als sexuell anziehender Lockstoff erfüllt. Bei Menschen soll es angeblich ebenso einen anziehende Wirkung entfalten. Als Veganer wird man aber aufgrund des Verzichts von tierischen Lebensmittel ohnehin besser riechen.


Apps, Tools und Shops, die das Leben von Veganern leichter machen

Puh! Das kann ja richtig anstrengend werden, wenn man ausschließlich vegan einkaufen möchte. Wie soll man da den Überblick bewahren? Aus diesen Gründen stelle ich hier noch einige Tools, Einkaufsmöglichkeiten und Hilfsmittel vor, die den veganen Einkauf wesentlich erleichtern.

Apps

Smartphone-Apps für Veganer gewinnen vermehrt an Auffahrt, denn sie machen ihnen das Leben deutlich leichter. Die folgende Liste zeigt die besten Smartphone-Apps für Veganer auf:

Name der Applikation Verwendungszweck Links zur Downloadseite
Vanilla bean Zur Auffindung von veganen Restaurants in deiner Nähe Android | iOS
PETA ZWEI Veganer Einkaufsguide zum Auffinden von veganen Produkten in gängigen Supermarktketten Android | iOS
CodeCheck Produktscanner Für die Identifizierung der Inhaltsstoffe eines Produktes Android | iOS
Vegan Additives Für die Identifizierung der Inhaltsstoffe eines Produktes Android
Kosmetik ohne Tierversuche Zur leichteren Auffindung von veganen Kosmetikprodukten Android
Vegan Amino Vegan kochen und eigene Rezepte entwickeln Android | iOS

Shops

Wer ganz sicher gehen und es sich leichter machen möchte, kann ausschließlich bei veganen Onlineshops bestellen. Diese wachsen aktuell konstant weiter, da mit dem Veganismus sich ein neuer Markt eröffnet. Auch im normalen Einzelhandel findet man mittlerweile vermehrt Hersteller, die vegane Produkte anbieten. Das sind doch mal gute Nachrichten für Tier und Umwelt. Dennoch gibt es hier noch viel zu tun. Viele vegane Alternativen sind im normalen Supermarkt noch nicht erhältlich. Vegane Süßigkeiten und zahlreiche Nischenprodukte sind im konventionellen Einzelhandel noch eine Rarität. Deshalb kann es für Veganer eine große Erleichterung sein, wenn sie viele Produkte schnell und unkompliziert über das Internet bestellen. Dafür gibt es hier noch eine Liste zu veganen Onlineshops für Waren des alltäglichen Bedarfs:

Name des Shops Produktkategorie Link zum Shop
Pineapple Leaf Lebensmittel, Drogerieprodukte, Bücher und Alltagsgegenstände pineapple-leaf.de
Mymuesly Selbst zusammengestellte Müslis mymuesly.com (vegane Müslis)
mellow NOIR Vegane und natürliche Kosmetik mellownoir.com
vekoop Vegane Lebensmittel & Drogerieprodukte vekoop.de
kokku Vegane Lebensmittel kokku-online.de
Plantful Vegane Lebensmittel, Kosmetik und Drogerieartikel plantful.de
veganleben Vegane Lebensmittel, Tiernahrung und Drogerieartikel veganleben.de

Fallen dir noch weitere vegan-aussehende, nicht vegane Produkte ein? Falls ja, dann würde mich das interessieren. Schreibe es gerne in den Kommentarbereich.


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